Visionen – Wie entstehen Visionen und wonach richten sie sich aus? Worin besteht ihre überzeugende und zeitüberdauernde Kraft?

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Visionen

Wie entstehen Visionen und wonach richten sie sich aus? Worin besteht ihre überzeugende und zeitüberdauernde Kraft?

 

Verehrte Anwesende,

Es freut mich, auf einen Begriff einzugehen, der als Ansporn des Denkens für ein ganzes Tagungsprogramm dient. Das Ziel, das ich mir setze, ist ein besseres Verstehen des Begriffs, so dass in dessen Verwendung weniger Missverständnisse zu befürchten sind.

“Begriff ist Summe, Idee Resultat der Erfahrung; jene zu ziehen wird Verstand, dieses zu erfassen Vernunft erfordert.”[1]

Es geht – im Sinn Goethes – um einen Denkprozess, der sich in vier Teile gliedern wird. Der erste Teil (1) betrifft das sprachliche Erdgeschoss resp. die Bedeutung von “Vision”. Wird dieser Boden als tragbar erachtet, führt von ihm (2) eine Treppe in die analytischen Räume, in welchen die Ursprünge von Visionen zu klären sind. Von Bedeutung sind dabei die individuellen und kollektiven Zeitzusammenhänge menschlicher Erfahrung, die einen Erkenntnisprozess bewirken, bei welchem das kritische Ergründen der Ursachen von Mangel und Entbehrung, von Schaden und Leiden sich in einen kreativen Entwurf umleiten lässt, der sich auf die Zukunft ausrichtet: in Visionen. Im dritten Teil (3) wird mit einem philosophiegeschichtlichen “Fallbeispiel” dieser Prozess erläutert: mit Olympe de Gouges’ Vision der Gleichberechtigung von Schwarzen und Weissen von 1788 sowie jener von Frauen, Kindern und Männern von 1791. Der vierte Teil (4) bezieht sich abschliessend auf die philosophische und gesellschaftsanalytische Frage, worin die überzeugende, zeitüberdauernde Kraft einer Vision besteht, eine Frage von grosser Bedeutung in der heutigen Zeit, in welcher die Angst vor der Zukunft sich mit der Sehnsucht nach der kreativen Kraft von Visionen verbindet, die sich der Angst entgegenstellen.

  1. Die sprachliche Bedeutung

Was wird unter “Vision” verstanden? Das Wort, aus dem lateinischen “videre (video, vidi, visum) – “sehen, schauen” abgeleitet, wird in vielen Zusammensetzungen verwendet (Supervision, Intervision, Prevision, Television etc.). Immer geht es um ein individuelles Sehen und Betrachten, das zu einem inneren Bild wird, auf vielfältige Weise. In analytisch-therapeutischer Hinsicht, zum Beispiel, geht es bei einer “Supervision” beim methodischen Aufarbeiten einer Therapie um die Präsenz einer fachkundigen Person, deren “Betrachtung” oder “Ansicht” wichtig ist, um mehr Klarheit über den Verlauf eines psychischen Leidens und dessen Therapie zu erarbeiten. Damit verbunden sind bei PatientInnen wie auch bei TherapeutInnen individuelle, emotional bedingte Verhaltensweisen, die z.B. Abwehrhaltung, Misstrauen und Enttäuschung bewirken und die auf einer Vielzahl von Ängsten beruhen, oder die Hoffnungen, Erwartungen und Forderungen wecken, die jedoch auch von Sorgfalt im Verstehen des Unausgesprochenen, von Unterstützung beim Erarbeiten eines Genesungsprozesses begleitet werden. Immer geht es dabei um innere Bilder, die im dialogischen Prozess der Therapie geweckt werden und die der Klärung bedürfen

Damit mag deutlich werden, dass “Vision” zwar auf “videre” – “sehen” beruht, resp. auf dem participium passivum “was gesehen wird/wurde”, jedoch nicht in der Bedeutung der äusseren Sinneswahrnehmung. Es geht um das Sehen des inneren Auges, d.h. um eine geistige Vorstellung, die im Prozess der Verarbeitung von Erlebnissen, Erfahrungen und Empfindungen, im Erkunden emotionaler Reaktionen und im Erkennen von Zusammenhängen entsteht und die sich im Denken resp. im Entwerfen neuer Möglichkeiten zu einem Wunschbild oder zu einem Traumbild entwickelt, zu einer Ansicht von Zukunft, die einen leitenden, stärkenden  Impuls bewirken kann. Das vom lateinischen “videre” abgeleitete gothische “witan” und althochdeutsche “wizzan”, das die Bedeutung von “wissen” hat, macht dies deutlich. Ob eine Vision ein Trugbild sei oder einem überzeugenden Zukunftsbild – eventuell einer prophetischen Vorausschau, einer Prä”vision” – gleichkomme, hängt von vielem ab; wir werden später darauf eingehen. Sicher ist, dass “Vision” immer der Bedeutung eines inneren, geistigen Bildes entspricht.

In sprachanalytischer Hinsicht ist es auch interessant, näher die Bedeutung von “Bild” zu ergründen.  Das deutsche Wort “Bild” (schon im Mittelhochdeutschen unter “bilde”, im Althochdeutschen unter “bilidi”[2] gebraucht) ist eine Übersetzung sowohl von “visio” wie von “imago”[3]. Beide lateinischen Substantive stehen dem griechischen Begriff  “idea” nahe. Die miteinander verwandte, einander ergänzende Bedeutung von “visio”, “imago” und “idea” findet sich in der Grundbedeutung von gr. “eidos”. Einerseits entspricht “eidos” dem äusserlich Wahrnehmbaren, dem Aussehen, der Gestalt, der Form, insbesondere den Gesichtszügen sowie der schönen Gestalt, ja der Schönheit. In dieser Bedeutung findet sich “eidos” im lateinischen “imago” wieder. Andererseits entspricht “eidos” dem – insbesondere in der platonischen Philosophie verwendeten – Begriff  “idea” als dem Streben des geistigen Auges – des Intellekts – nach Erkennen des Verbindlichen. “Idee” und “Vision” sind somit in der uns geläufigen Verwendung sinnverwandte Begriffe, deren Verwandtschaft auf der Bedeutung von “eidos” beruht. Die Differenz zeigt sich im Bezug von “Idee” auf den Verstand, von “Vision” auf die Vernunft resp. auf die Verbindung von Denken und Empfinden.

Es ist diese sprachliche Sinnverwandtschaft  von “Vision” und “Idee” in “eidos”, die sich in Goethe’s knapper Aussage findet, dass die Summe von verstandesmässigem Wissen im Begriff, das Resultat von Erfahrung in der Idee zum Ausdruck kommt, zu welcher nicht die abstrahierende Kraft des Verstandes, sondern die erfassende, verstehende der Vernunft befähigt. Gemäss der platonischen Ideenlehre wird “eidos” getragen von der Kraft des “eros”, dieser schöpferischen Kraft – bei Hannah Arendt die “Leidenschaft” -, welche aus dem Erfahrungsgehalt des lebensnahen Sinnlichen zum Geistigen strebt. Es ist diese schöpferische Kraft, die sich nicht erschöpft, sondern sich ständig erneuert im Hunger, der nach Sättigung strebt – im Liebeshunger, im Erkenntnis- und Wissenshunger, im Kommunikations- und Gestaltungshunger. Dadurch wird möglich, die berechnende Materialität wie die zeitliche Begrenztheit zu überwinden, um den immateriellen, geistigen Wert von Erkenntnis und Wissen an weitere Generationen weiterzuleiten. Schon bei Platon geht dieser Weg vom Lustempfinden im Zusammenhang mit Schönheit über zur Musik und weiter zur Philosophie und zur Mathematik, letztlich zum Denken des Transzendenten resp. der Ideen. Dabei verweist Platon auf die Dringlichkeit, nicht über die Rhetorik, welche überredet, Erkenntnis erlangen zu wollen, sondern über das kritische, dialektische Denken: einerseits vom Einzelnen zum Allgemeinen (z.B. in der Mathematik), vom Bedingten zum Unbedingten (z.B. in der Physik), andererseits durch alle Zwischenteile vom Allgemeinen zum Besonderen und Einzelnen (z.B. in der Grammatik, in der Logik, überhaupt in der Erkenntnistheorie, im Rechtssystem, in der Soziallehre und in weiteren Wissensbereichen).

Als Beispiel für die platonische Ideenlehre eignet sich das “Höhlengleichnis”[4], in welchem menschliches Leben und menschliche Erkenntnis bildhaft erklärt werden mit der Darstellung des menschlichen Wissenshungers – resp. der Bemühungen um grössere Klarheit – unter den Bedingungen der Begrenztheit und der Wahrnehmungstäuschung der in der “Höhle” Eingesperrten. Dieses Streben und diese Bemühungen finden Ausdruck sowohl in den “Ideen” wie in den “Visionen”. Da jede Erkenntnis und jedes geistige Streben einer Möglichkeit des Ausdrucks bedarf, um aus dem Verborgenen in einen dialogischen, kommunikativen Prozess eintreten zu können, bedarf es der Sprache: der gesprochenen und geschriebenen Sprache, der begrifflichen und der bildhaften Sprache – je nachdem. Nur was benannt und weiter hinterfragt werden kann, ist vermittelbar. Bei Platon heisst es, dass “wir eine Idee annehmen, wo wir eine Reihe von Einzeldingen mit demselben Namen bezeichnen”. Jeder Idee liegt somit ein intellektueller Prozess des Erkennens zugrunde; sie bezieht sich auf ein Resultat des Denkens. Eine Vision widerspiegelt dagegen weder ein abstraktes noch ein transzendentes, sondern ein lebensnahes Bild, das sich auf eine andere, neue Realität ausrichtet, auf die Zukunft. Eine Vision lässt sich als empfindungsstarken, denkerischen Entwurf mit Schattierungen und Farben erklären, die  – eventuell als Hoffnung und Mut oder als warnende Kraft – neue Handlungsentscheide wecken: als Entwurf des denkenden Herzens.

  1. Warum und wie entstehen Visionen?

Die Frage lässt sich mit neurologischen Erklärungen beantworten, wie dies in jüngster Zeit zunehmend geschieht[5], indem die Persönlichkeitsentwicklung durch den emotionalen Einfluss der Beziehungen, die ein Kind erlebt, ferner der Sinneswahrnehmungen, resp. der auditorischen, visuellen und weiteren Erfahrungen, die in den komplexen Hirnstrukturen gespeichert werden, sowie der damit verbundenen intellektuellen  Verarbeitungsprozesse belegt wird. Ebenso ermöglicht die Erforschung von Biographien eine genauere Kenntnis der Einflüsse, die sich auf die Entfaltung und Gestaltung eines Lebens auswirken, auch auf den gestalterischen, kreativen Denkprozess eines Menschen. Beide Forschungs- und Wissensgebiete werden in die psychoanalytischen Untersuchungen miteinbezogen. Auf oft verblüffende Weise ermöglichen diese, wie mir scheint am klarsten, die verborgene Geschichte von Visionen zu erklären.

Wir wissen, dass alles, was in der frühen Kindheit erlebt wird – noch vor der Geburt durch den symbiotischen Einbezug des Embryos in die Erfahrungen und Emotionen der Mutter, sowie nach der Geburt durch die Tatsache der völligen Abhängigkeit des Säuglings und des heranwachsenden, kleinen Menschen von Erwachsenen, die selber den Zeitgeschehnissen und den gesellschaftspolitischen Bedingungen sowie den damit verbundenen Emotionen ausgesetzt sind –  z.B. Verfolgung und  wirtschaftliche Notzustände, Elend und Krieg, oder Erfolg und Glanz, persönliche Enttäuschungen und Einsamkeit u.a.m.–, dass all dies nicht oder kaum durch bewusste Erinnerung verarbeitet werden kann, sondern den unbewussten Teil jeder Persönlichkeit prägt.

Schon sehr früh ergänzen Wunschvorstellungen und Phantasien die Alltagsrealität des Kindes. Mangelerfahrungen werden kompensiert werden durch Tagträume, die den kleinen Menschen in eine andere Welt versetzen und die oft auf  eindrückliche Weise wiedergegeben, an welchen Bildern ein Halt gesucht wird. So findet die innere Realität des Kindes in Märchen, im Spiel mit Sand, mit kleinen Steinen und Blättern, mit Puppen oder Tieren, in Liedern oder in Zeichnungen einen klaren Ausdruck. Die Sammlung von Kinderzeichnungen aus Theresienstadt z.B. geben sowohl die Realität  von Hunger und Angst wieder (knochige, liegende Figuren ohne Haare und Kleider; eine mächtige, breite Gestalt mit Mütze und Peitsche; ein hohes verschlossenes Tor und vergitterte Fenster), jedoch auch die innere Welt der guten, lichten Bilder und die Sehnsucht, sie wach zu halten und nicht zu verlieren (blühende Blumen; bunte Schmetterlinge; eine Schule und schön gekleidete Kinder mit Schultaschen in der Hand; eine Schlittelbahn mit vielen Kindern, daneben eine Familie mit Kinderwagen und Ball und kleine, warme Häuser mit einem Kamin, aus dem Rauch aufsteigt und einem eigenen, geschützten Garten). Sind es Bilder, die eine gute Erinnerung an das Leben, wie es war und wie es nicht mehr ist, wiedergeben oder sind es Visionen, resp. Bilder, die wie ein hoffnungsvoller Entwurf den Wunsch nach einer sichern und warmen Zukunft festhalten?

Gemäss der neurologischen Untersuchungen steht fest, dass die kreative Intelligenz eines sechsjährigen Kindes mit jener des gleichen Menschen vierzig Jahre später ziemlich übereinstimmt[6]. Die Differenz besteht in der Art und Weise der sprachlich – in der Wort- oder Bildsprache – und handlungsmässig mitteilbaren Denkprozesse, der damit einhergehenden Erkenntnismöglichkeiten von Ursachen und Zusammenhängen, der alters- und situationsgeprägten Wünsche und Projektionen, ebenso der in mancher Hinsicht geringeren oder vielfach weiteren Kenntnis von Handlungs-  und Realisierungsmöglichkeiten sowie der Zeitempfindungen. Bei Kindern geht es um die geistige Verarbeitung vielseitiger, nicht erklärbarer Geschehnisse sowohl stärkender wie ängstigender und belastender Erfahrungen durch die Möglichkeit deren bildhafter Benennung in Zeichnungen; gleichzeitig geht es dabei um die Darstellung von Traum- und Wunschvorstellungen, mit welchen Angst und Traurigkeit sich verdrängen resp. bannen lassen. Die Sonne mit lachendem Gesicht, die auf vielen Zeichnungen von Kindern aus allen Kulturen den wichtigsten Platz einnimmt – auch auf Zeichnungen aus dem Durchgangslager Theresienstadt -, stellt ohne Zweifel die warme, lichtvolle Präsenz der Mutter dar, deren das Kind aufs dringlichste bedarf, um Lebenssicherheit und Lebenswert zu spüren. Das Bild der Sonne gibt dem Grundbedürfnis nach wärmender, angstfreier Sicherheit einen klaren Ausdruck. Ein anderes Grundbedürfnis, jenes nach Freiheit, findet sich in der Darstellung der Schmetterlinge oder in jener der schlittelnden Kinder. Auch dieses Grundbedürfnis ist in der Situation von Deportation, Gefangenschaft und Todesnähe in keiner Weise erfüllbar, bleibt als innere Erfahrung jedoch wach wie ein Hungergefühl. Indem die Sehnsucht nach Erfüllung des Freiheitsbedürfnisses bildhaft dargestellt werden kann, ermöglicht sich das Kind eine positive Projektion der beklemmenden, negativen Realität und damit einen inneren Blick auf eine bessere Zukunft.

Kommen die Bilder der lachenden Sonne, der Schmetterlinge sowie der schlittelnden Kinder aus dem Lager von Theresienstadt Visionen gleich? Hinsichtlich der Grundbedürfnisse, die darin auf Grund des Mangels Ausdruck finden, findet sich eine zentrale Erklärung auf die Frage, warum und wie Visionen entstehen. Genau darum geht es. Was beim Kind infolge der kräfte- und wissensmässigen, alters- und abhängigkeitsbedingten Einschränkung der eigenen Handlungsmöglichkeiten eher ein Traum- und Wunschbild ist, kann später zu einem Zukunftsentwurf werden, dessen Realisierbarkeit mit der gleichen Intensität entworfen und angestrebt wird wie die Hoffnung auf Erfüllung beim Kind. Der Unterschied zeigt sich insbesondere in der Art und Weise des Ausdrucks. Nicht mehr das vom Unbewussten gesteuerte Bedürfnis sucht nach verständlicher Mitteilung durch das Bild, sondern das Bewusstsein vermag, das gleiche Bedürfnis auf sprachlich klar strukturierte, geregelte Entwürfe zu vermitteln. Auch dabei geht es um eine Manifestation des denkenden Herzens, mit welcher die Dringlichkeit einer Korrektur von Mangel erscheint. Ein “Fallbeispiel” soll dies deutlich machen.

  1. Olympe de Gouges’ Visionen

1986 kam mir bei einem Aufenthalt in Paris das im Verlag Mercure de France neu erschienene Buch mit Olympe de Gouges’ Schriften in die Hand[7]. Ich war hoch erfreut. Olympe de Gouges gehörte/gehört für mich zu jenen Denkerinnen, die in der Philosophiegeschichte kaum beachtet wurden – wie u.a. auch Flora Tristan, Mary Wollstonecraft, Rosa Luxemburg, Berta Pappenheim, Simone Weil, Etty Hillesum, Margarete Susman,  Regina Kägi-Fuchsmann, zum Teil auch Hannah Arendt. Das Denken all dieser Frauen ging mit Visionen einer Korrektur ideologisch und politisch bedingten menschlichen Unglücks und menschlicher Entwertung  einher. Alle zeichneten sich durch die Kraft und Klarheit des denkenden Herzen resp. durch besonderen Mut aus, auf je persönliche Weise. Ich begann damals, meine Philosophievorlesungen mit der psychoanalytischen Erforschung deren Entwicklung zu verbinden, um die Bedeutung ihrer Werke weiter zu vermitteln; dies betrifft auch Olympe de Gouges.

Olympe de Gouges kam 1748 im südfranzösischen Städtchen Montauban zur Welt. Der Geburtsschein lautete auf Marie Gouze, offiziell Tochter des Metzgers Pierre Gouze und dessen Ehefrau Anne-Olympe Mouisset; tatsächlich war ihr Vater der Herzogs Le Franc de Pompignan.  In einem autobiographischen Roman „Mémoire de Mme de Valmont” schilderte Olympe de Gouges die materielle und geistige Armseligkeit ihrer Jugend, auch die Belastung der mit 16 Jahren geschlossenen Ehe, die allerdings von kurzer Dauer war. Der viel ältere Ehemann, Louis Yves Aubry, „ni riche ni bien né”, den sie weder liebte noch betrauerte, starb, noch bevor Olympe den gemeinsamen Sohn zur Welt brachte. Mit 17 Jahren war sie Witwe und Mutter eines Kindes. Obwohl sie mittellos war und obwohl ihre Schulbildung kaum genügte, um den eigenen Namen zu schreiben, schlug sie jeden weiteren Heiratsantrag aus. Was sie als Mangel in ihrer Kindheit und Jugend durchgestanden hatte und was sie weiter erlebte, betraf nicht sie allein. Armut und Rechtlosigkeit lasteten auf unzählig vielen Menschen, auf besondere Weise auf Frauen und Kindern. Sie begann, die Ursachen der beklemmenden, erniedrigenden und krank machenden Lebensbedingungen zu hinterfragen. Was sie selber erlebte und was sie bei anderen wahrnahm, stachelte ihren Wunsch an, sich für eine Korrektur des vielfältigen Unrechts einzusetzen. Sie zog als unverheiratete Frau mit ihrem Sohn nach Paris, nahm deswegen vielfältige Verunglimpfungen in Kauf, doch liess sie sich dadurch nicht klein machen. Sie verfasste öffentliche Entgegnungen, besuchte literarische Zirkel, schärfte ihren Geist und interessierte sich zunehmend für die revolutionären Ideen.

Olympe de Gouges’ Radikalisierung bedurfte keiner Theorien, ging diese doch einher mit der Empörung über die selbst erlebten Diskriminierungen und Demütigungen sowie über das vielfältige gesellschaftliche Unrecht, dessen sie gewahr wurde. Als sie 1780 zu publizieren begann, war sie 32 Jahre alt. Die Ungeduld, der Unmut und die Auflehnung brannten ihr unter den Fingern. Die Sklaverei, die Schuldenhaft, die unbeschreiblichen Zustände in den Armenspitälern, in den Gebär- und Waisenhäusern, das Elend in den übervölkerten Faubourgs, die Rechtlosigkeit der Frauen – die ganze Palette sozialen und politischen Unrechts griff sie in rund dreissig Theaterstücken auf sowie in ungezählten Streitschriften, Manifesten, öffentlichen Briefen, Anklagen und Plädoyers. Die meisten dieser Texte diktierte sie, da sie nur unzureichend schreiben konnte. Als sie 1788 für die Schwarzen die gleiche Freiheit und die gleichen Rechte forderte wie für die weissen Sklavenhalter, setzte eine erbitterte Hetzjagd gegen das „schamlose Weib” ein. Unerträglich erschien ihr, dass Menschenhandel zugelassen wurde, ja dass die rechtliche Diskriminierung von ungezählten Menschen auf Grund deren Hautfarbe und Herkunft zu Gunsten der Profitmaximierungsinteressen einiger weniger florieren durfte. “Un commerce d’hommes!… grand Dieu! Et la nature ne frémit pas! S’ils sont des animaux, ne le sommes-nous pas comme eux? Et en quoi les blancs diffèrent-ils de cette espèce? C’est dans la couleur…”[8].

Olympe de Gouges liess sich auch durch die mächtigsten Feinde nicht einschüchtern, im Gegenteil. In ihr war eine Vision menschlicher Gleichberechtigung und gesellschaftlicher Gerechtigkeit erwacht, deren Realisierung sie als dringlich erachtete. Als 1789 in Paris die „Déclaration des Droits de l’Homme” als das revolutionäre Manifest verkündet wurde, war sie eine der wenigen, die erkannte, dass damit nicht Menschenrechte, sondern Männerrechte als Grundrechte deklariert wurden, dass es nicht um eine generelle Korrektur menschlicher Entrechtung ging, sondern lediglich um ein anderes Klassensystem. Das monarchische sollte durch das bürgerliche ersetzt werden, auf diktatorische Weise. Sie war entschlossen, für die Gleichstellung ihrer Geschlechtsgenossinnen bis zum äussersten zu kämpfen.

In den von Einschüchterung, Gewalt und Tod bestimmten Umständen jener Zeit brauchte es grossen Mut, um nicht mit dem Strom zu schwimmen. Mme de Staël etwa, die über eine viel breitere gesellschaftliche und intellektuelle Absicherung verfügte, vermochte es nicht. “On a raison d’exclure les femmes des affaires publiques et civiles”, schrieb sie, “rien n’est plus opposé à leur vocation naturelle”. Wer öffentlich das Gegenteil vertrat, musste mit dem Tod rechnen. Der Enzyklopädist Jean-Marie Antoine de Condorcet, zum Beispiel, der 1790 ein Manifest „Sur l’admission des femmes au droit de la cité” veröffentlicht hatte, in welchem er die Unteilbarkeit des gleichen Rechtsanspruchs für alle und für jeden Menschen – “quels que soient sa religion, sa couleur et son sexe” –  festhielt, zog unter den Androhungen, die auf die Publikation folgten, seine Forderungen wieder zurück, wurde aber trotzdem zum Tod auf dem Schaffott verurteilt. Er entzog sich der Hinrichtung, indem er sich selbst das Leben nahm. Auch seine Frau, Sophie de Condorcet, unterstützte die Forderungen der Frauen nach gleichen Rechten. “Dans un pays, où on leur coupe la tête, il est naturel qu’elles veuillent savoir pourquoi” soll sie gesagt haben und  unterstützte damit Olympe de Gouges, die für diejenigen, denen ein willkürliches Rechtssystem den Tod durch die Guillotine auferlegte, auch das Recht auf die Tribüne forderte.

Es war 1791, dass Olympe de Gouges ihre „Déclaration des Droits de la Femme et de la Citoyenne” der Nationalversammlung vorlegte, damit diese öffentlich dekretiert würde. Sie stützte  sich in den Formulierungen einerseit auf die „Déclaration des Droits de l’Homme”, ging in der Konsequenz jedoch viel weiter. Olympe de Gouges begriff, dass politische Grundrechte nicht genügen, um ein Leben in Würde zu garantieren, sondern dass es gleichzeitig der Anerkennung der wichtigsten Persönlichkeitsrechte bedarf. Sie verlangte daher, dass der für Frauen nachteilige Ehevertrag abgeschafft und durch einen Vertrag ersetzt würde, der für Ehe und Konkubinat die gleichen Rechte und Pflichten für Frauen und Männer enthalten würde. Sie verlangte Rechtsschutz für ledige Mütter bei der Vaterschaftsermittlung, verbunden mit der Anerkennung der gleichen Mutterschaftswürde wie bei verheirateten Frauen. Ebenso vertrat sie den Rechtsanspruch von Frauen und Kindern auf Zahlung von Alimenten im Fall einer Scheidung, sodann das Recht auch der unehelichen Kinder auf die väterliche Erbschaftsfolge.

Eines der stärksten Anliegen Olympe de Gouges’ war, die Frauen zu bewegen, für einander Partei zu ergreifen und sich zu solidarisieren. Ihre Vision menschlicher Gleichberechtigung zog die Korrektur der Status- und Klasssendifferenzen mit ein. Deswegen widmete sie die “Déclaration des Droits de la Femme” der Königin Marie-Antoinette, die wenig später das Schaffott besteigen musste und zu deren Verteidigung Olympe de Gouges ein ergreifendes Plaidoyer geschrieben hatte. Doch ihre Hoffnung, dass sich die Frauen zu einem gemeinsamen Protest erheben würden, erwies sich als vergeblich. Sie musste feststellen, dass „les femmes veulent être femmes et n’ont pas de plus grands ennemis qu’elles-mêmes”, auch dass „malheuereusement le plus grand nombre se  joint impitoyablement au parti le plus fort”.  Die “stärkste Partei” aber ist immer diejenige der Machthabenden.

Für die Machthabenden – mit Robespierre an der Spitze –  wurde Olympe de Gouges mit ihrem Mut und ihrer Furchtlosigkeit zur Projektionsfigur politischen Widerstandes, d.h. zur Feindin, hatte sie doch gewagt, alle Verbrechen, die im Namen der Revolution begangen wurden, offen anzuprangern und alle mächtigen Verbrecher beim Namen zu nennen. Dafür wurde sie in der offiziellen Presse und auf Plakaten verhöhnt, immer wieder wurde sie tätlich angegriffen, ihr Kopf wurde zur Versteigerung angeboten, schliesslich wurde sie verhaftet, von Gefängnis zu Gefängnis transportiert und vor ein Robespierre-höriges Gericht gestellt, ohne dass ihr ein Anwalt zugestanden worden wäre. Die Anklage lautete auf Verunglimpfung der Republik durch das Verfassen aufrührerischer Schriften. Sie verteidigte sich selbst mit einer stolzen Rede, die zugleich eine erneute Anklage Robespierres darstellte. Am. 3. November 1793 wurde sie auf dem Schaffott enthauptet.

Dass für bestimmte Kreise Olympe de Gouges bis in die jüngste Zeit bedrohlich blieb, beweist die Studie, die ein gewisser Dr. Guillois 1904 für den französischen militärischen Gesundheitsdienst über die „Frauen der Revolution” verfasste. Darin wurde Olympe de Gouges als Geisteskranke qualifiziert: „Olympe de Gouges peut être classée parmi les personnalités délirantes, atteintes de paranoia reformatoria”. Psychiatrische Diagnosen dienten oft dazu, unbequeme Denkerinnen und Denker zu eliminieren.

Wir wissen, dass in der Schweiz der sog. Gleichheitsartikel, den Olympe de Gouges zu Art. 1 ihrer „Déclaration” gemacht hatte – “La femme naît libre et demeure égale à l’homme en droits” – erst 1981 in die Bundesverfassung aufgenommen wurde. Als ich 1971 das politische Wahl- und Stimmrecht zugestanden bekam und das erstemal abstimmen ging, war ich schon über 30 Jahre alt. Seither erweist sich mir die Vision Olympe de Gouges, die sie auf Grund der vielen erlebten und rings um sie festgestellten Ungerechtigkeiten mit grossem Mut als dringliches Anliegen verteidigte, wie ein Leitbild: dass allen Menschen der gleiche menschliche Lebenswert und daher die gleichen Grundrechte zustehen, unabhängig von Herkunft und Geschlecht, steht noch immer aus. Der von ihr angeprangerte Menschenhandel wie die rechtliche Diskriminierung von Menschen wegen Hautfarbe und Herkunft, auch wegen Geschlecht und sozialem Status setzt sich fort. Selbst hier in der Schweiz leben Menschen über Jahre, oft sogar über Jahrzehnte unter Bedingungen grosser Rechtlosigkeit und Armut, erleben Diskriminierungen bezüglich Bildung, Wohn- und Arbeitsmöglichkeit, die in keiner Weise den verfassungsmässig vorgegeben, menschenrechtlichen Verpflichtungen gerecht werden. In meiner zeitkritischen Beurteilung der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situation kommt Olympe de Gouges’ Vision gleicher Rechte für alle Menschen, deren Menschsein bei jeder Art menschlicher Besonderheit von gleichem Wert ist, die gleiche Bedeutung zu wie vor über zweihundert Jahren.

  1. Wie erklärt sich die zeitüberdauernde Kraft einer Vision?

Wie kommen zum Abschluss meiner Überlegungen über die Bedeutung von Visionen. Olympe de Gouges’ Vision sozialer Gerechtigkeit und menschlicher Gleichberechtigung, letztlich der Anerkennung des gleichen Werts menschlichen Lebens, hat seine Ausstrahlung und Überzeugungskraft über mehr als zwei Jahrhunderte gewahrt. Analog verhält es sich mit jenen Visionen, die einer Fortsetzung gleichkommen. Ich denke u. a. an Mary Wollstonecraft[9] und deren “Vindication of the Rights of Woman”, die beinah gleichzeitig mit Olympe de Gouges die Vision gleicher Rechte in Bildung und Ausbildung für Mädchen und Frauen festhielt wie sie damals für Knaben und Männer galt, unabhängig von gesellschaftlichem oder wirtschaftlichem Status; oder an Flora Tristan[10] und ihre Vision einer gerechten und gleichberechtigten Teilhabe der Arbeiterinnen und Arbeiter am Produkt der industriellen Arbeit, ohne Einschränkung von Bildung, Freizeit und gesundheitlicher Sicherheit durch die Notwendigkeit täglicher Arbeit; oder an Bertha Pappenheims[11] Vision einer Korrektur des auf Grund von Armut, von Hilflosigkeit und mangelnder Rechte sich fortsetzenden Missbrauchs wehrloser Menschen im Frauen- und Mädchenhandel; ebenso an Rosa Luxemburgs[12] Vision einer tragbaren, echten demokratischen Freiheit, die auch die Freiheit der anders Denkenden mit einbezieht und sich so auf politischer Ebene dem kapitalistisch-imperialistischen Machtmissbrauch und der Sinnlosigkeit von Krieg gewaltfrei entgegenstellen kann.

Die Vision von Gerechtigkeit und Frieden setzte sich fort – setzt sich weiter fort. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 wurde nach der ins Masslose gesteigerten und bedenkenlos umgesetzten Missachtung menschlichen Lebenswertes zu einer Art normativen ethischen Verbindlichkeit in der Beachtung der schon 150 Jahre vorher und seither immer wieder dokumentierten Vision von Gerechtigkeit und Frieden. Und auch heute ist diese gleiche Vision angesichts der brutalen, mit religiösen und politischen Ideologien als Notwendigkeit erklärten Zerstörung menschlichen Lebens der einzige Halt, der in Hinblick auf die Zukunft vor Verzweiflung bewahrt.

Es liesse sich sagen, dass Visionen utopische Zukunftsentwürfe seien, fern der tatsächlichen Realisierung, wie die Geschichte es beweise. Doch ich teile diese Meinung nicht. Visionen, wie ich sie dargestellt habe, stellen sich transgenerationeller Resignation entgegen. Sie wachsen aus der individuellen Verbindung psychischer und intellektueller Verarbeitung erlebten Mangels an Sicherheit und Lebenswert sowie an durchgestandener psychischer oder körperlicher, politischer oder sozialer Machtwillkür und Gewalt zu einem Zukunftsentwurf auch für andere Menschen an, auf kreative und freie Weise. Visionen zeichnen ihre Überzeugungskraft durch das Mass an Freiheit und an Mut aus, das ihnen zu Grunde liegt. Sie sind weder ideologisch geprägt noch tragen sie einen religionsähnlichen Wahrheitsanspruch in sich, sondern entsprechen der Vielseitigkeit und  Besonderheit des gleichen Menschseins.

Die Visionen, die ich als Beispiel ausgewählt habe, sind in Zusammenhang der enormen gesellschaftlichen Veränderungen entstanden, die Ende des 18. sowie im 19. und 20. Jahrhundert mit der industriellen und technologischen Entwicklung sowie den damit veränderten Produktions-, Kommunikations- und Zeitstrukturen einhergingen. Was als Fortschritt erklärt wurde, verband sich mit der maschinellen und – in jüngster Zeit –  mit der virtuellen Verdinglichung der Menschen. Doch wie lässt sich unter diesen zunehmend globalisierten, marktdiktatorischen Lebensbedingungen der mit keinem materiellen oder wissenschaftlichen Gewinn vergleichbare Lebenswert jedes Menschen erhalten und entfalten? Wie lassen sich die in Aggressivität und Depressivität, in Misstrauen und Abschottung ausufernden Ängste der heutigen Zeit lösen, ohne dass Ideologien wieder zu gefängnisartigen Leitplanken der Anpassung, der Unterwerfung und des Missbrauchs benutzt werden? Goethe hat, wie er im “Zauberlehrling” schildert, die Folgen unkritischer Bedenkenlosigkeit beim Nichtbeachten zentraler Regeln der Sorgfalt vorausgeahnt.

Wir können die Geschichte nicht rückgängig machen. Trotzdem haben wir Einfluss auf die Korrektur aktueller Entwicklung, die morgen Geschichte sein wird. Wir können uns der kreativen Kraft zeitüberdauernder Visionen menschlicher Gleichberechtigung und menschlichen Friedens erinnern und diese neu entfalten. In der vielseitigen Reziprozität (“recus”-rückwärts, “procus”-vorwärts) von Menschsein gibt es klare und umsetzbare Entwürfe der je persönlichen wie der zwischenmenschlichen Anerkennung und Entfaltung jener Grundbedürfnisse und Grundrechte, die ein Zusammenleben ohne Machtmissbrauch und ohne Entrechtung, ohne Einschüchterung und ohne Krieg ermöglichen. Wir können mit unserem Wissen und unsern Wahlmöglichkeiten deren tatsächliche Realisierung anstreben und umsetzen. Sie ist dringlich.

 

[1] Johann Wolfgang Goethe. Gedanken (Maximen und Reflexionen). III. Zur Naturforschung.  Goethes Werke. 12. Bd. S. 115. Hrsg. Ernst Merian-Genast. Verlag Birkhäuser, Basel 1944

[2] Friedrich Kluge. Etymologisches Wörterbuch, Strassburg 1915. Gemäss Kluge ist nicht nur “Bild”, sondern auch “billig” vom althochdeutschen “biliti – bilôthi (bildadi)” abgeleitet.

[3] In den aus dem lateinischen abgeleiteten Sprachen mit der Bedeutung von “Imagination” (neben den Mittelmeersprachen auch in Englisch), in der deutschen Sprache unter “Einbildung” auch wieder mit “Bild” konnotiert.

[4] Platon. Sämtliche Werk, Bd. 3. Politeia, Siebentes Buch, 514a – 517b. Übersetzung von Friedrich Schleiermacher. Rowohlt Verlag, Reinbek b. Hamburg 1963

[5] z.B. Gerhard Roth. Fühlen, Denken, Handeln. Wie das Gehirn unser Verhalten steuert. Suhrkamp Verlag, Frankfurt a.M. 2001. (Vom gleichen Autor: Kognitive Neurobiologie und ihre philosophischen Konsequenzen, 1994)

[6] Gerhard Roth, 2001, a.a.O. S. 346

[7] Olympe de Gouges. Œuvres. Présentées par Benoîte Groult. Mercure de France, Paris 1986

[8] a.a.O. S. 84

[9] Mary Wollstonecraft (1759 – 1797). A Vindication of the Rights of  Woman. London 1792. (Erstmals in Deutsche übersetzt schon  1793 von Christian Gotthilf Salzmann, sodann durch Bertha Pappenheim 1899, in einer Neuauflage  durch Berta Rahm, a la-Verlag, Zürich 1978).

[10] Flora Tristan (1803 – 1848). Union Ouvrière. Paris 1843. (Erste deutsche Auflage: Flora Tristan. Arbeiterunion. isp-Verlag, Frankfurt a.M.1988)

[11] Bertha Pappenheim (1959 – 1936). Sisypus. Auswahl von Reden, Aufsätzen und Schriften gegen den Mädchenhandel. Hrsg. von Helga Heubach.  Kore Verlag, Freiburg i.Br. 1992

[12] Rosa Luxemburg (1871 – 1919). Politische Schriften. Hrsg.  Ossip K. Flechtheim. Frankfurt a.M. 1966 / 1968

 

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