Moritz Schlick – Ethik aus den Wurzeln der Naturwissenschaften

Moritz Schlick

Ethik aus den Wurzeln der Naturwissenschaften

 

Es erscheint mir lohnenswert, auf einen bedeutenden Vertreter des „milden Determinismus“ einzugehen, auf  Moritz Schlick, auf dessen Persönlichkeit und Werk ich in Zusammenhang meiner Untersuchungen von Albert Einsteins Entwicklung wie von Ludwig Wittgensteins Leben und Schriften stiess. Schlick, Einstein und Wittgenstein gehören zur jüdischen Denkgeschichte, die Berlin und Wien verbindet, damit zur Zeitgeschichte, deren Folgen die aktuellen Bedingungen menschlichen Zusammenlebens geprägt haben. Moritz Schlicks erkenntnistheoretische Sorgfalt und zugleich seine empiristische resp. theoriekritische, lebensnahe Erfahrungsbereitschaft, mit der er sich um 1930 mit den Fragen der Ethik[1] befasste, ermöglichte ihm, die Komplexität der je individuellen psychischen und körperlichen Impulse, die das Entscheiden und Handeln beeinflussen, in seine Untersuchungen und Erkenntnisse einzubeziehen.

Moritz Schlick, geboren am 14. April 1882, war in Berlin in gut bürgerlichem Milieu aufgewachsen und promovierte 1904, mit zweiundzwanzig Jahren, in Physik bei Max Planck. Die Untersuchungsergebnisse Über die Reflexion des Lichts in einer inhomogenen Schicht, die er in seiner Dissertation vorlegte, waren für ihn und für andere Forscher  von aufregender Bedeutung  und so inspirierend, dass er die naturwissenschaftlichen Studien fortsetzte – zu Raum und Zeit, zu Anziehung und Abstossung, zu Widerstand und Kräftestau -, jedoch 1911 an der Uni Rostock nicht in Physik, sondern in Philosophie zu Fragen des Denkens und der Sprache habilitierte (Das Wesen der Wahrheit nach der modernen Logik. In: Vierteljahresschrift für wissenschaftliche Philosophie und Soziologie. Jg.34, 1910, S. 386-477). In jener Zeit entstand ein reger freundschaftlicher Austausch mit Albert Einstein (geb. 14. März 1879 in Ulm, gest. 18. April 1955 in Princeton / USA), der schon 1905 seine Erkenntnisse zur speziellen Relativitätstheorie  – Zur Elektrodynamik bewegter Körper – in der Preussischen Akademie der Wissenschaft vorgestellt hatte und 1915, mitten im Ersten Weltkrieg, im selben Rahmen die Ergebnisse der Allgemeinen Relativitätstheorie präsentierte. Moritz Schlick hatte 1907 Blanche Guy Schlick – Hardy geheiratet (geb. 20. August 1879 in Moultonville / New Hampshire / USA, gest. 9. Juni 1964 in Wien). Die Korrespondenz mit ihr und den zwei gemeinsamen Kindern ist eine biographische und denkerische Fundgrube; sie umfasst über 2‘500 Briefe und persönliche Notizen.  Er zog zusammen mit ihr nach Zürich, wo er zwei Semester Psychologie studierte.  Als der Erste Weltkrieg ausbrach, meldete er sich freiwillig zum Militärdienst – wie u.a. auch Ludwig Wittgenstein, der später, als sich der Wiener Kreis gebildet hatte, zum Freund wurde. Schlick wurde jedoch nicht an der Front eingesetzt, sondern auf einem Militärflugplatz, wo er durch ein Geschoss verletzt wurde. Er konnte  nach zwei Jahren Dienst die Armee verlassen und sich wieder mit Philosophie befassen. 1918 erschien Schlick’s wichtigstes Werk, die Allgemeine Erkenntnislehre (Berlin, Verlag von Julius Springer; 2. Auflage 1925). Durch die Habilitation hatte er den Professorentitel erworben, doch die 1921 erfolgende Berufung an die Universität Kiel gab er nach einem Jahr auf und folgte jener nach Wien, wo er in der Nachfolge von Ernst Mach (geb. 1838 – gest. 1918), den er verehrte, den Lehrstuhl für Naturphilosophie übernahm.

Ethik ist gemäss Schlick eine Teildisziplin der Psychologie. Dass er als „logischer Empirist“ bezeichnet wird, mag als Annäherung an seine Methode des Denkens gelten, die sich in seinen Schriften wie in den interdisziplinären Diskussionsabenden findet, die als „Wiener Kreis“[2] in die Geschichte eingegangen sind, genügt jedoch nicht, um seinem reichen Werk gerecht zu werden. Er hat die Philosophie und die philosophische Sprache aus dem transzendentalen Elfenbeinturm herausgeholt und auf dem Boden der Erfahrungen – der Empirie – mit den naturwissenschaftlichen, physikalischen und psychologischen Erkenntnissen vernetzt, unter der Dringlichkeit seiner eigenen Lebensentwicklung, die ihn in die Erfahrungen des Ersten Weltkriegs, in jene des Heranwachsens seiner zwei Kinder, allmählich in die sich ideologisch und politisch, sprachlich und gesellschaftlich verdunkelnde Zwischenkriegszeit hineinversetzte, die in den Zweiten Weltkrieg mündete und deren Folgen weiterwirken.

Als Moritz Schlick 1922 die Berufung an die Universität Wien erhielt, die vor allem von Hans Hahn[3], einem bedeutenden Mathematiker und Philosophen, unterstützt worden war, teilte er mit anderen Intellektuellen die Hoffnung, dass im klein gewordenen Österreich mit der Ersten Republik aus den Folgen des Ersten Weltkriegs eine Demokratie herauswachsen und sich politisch festigen würde, dass dank der Verbindung zwischen sozialdemokratischer Ethik und bürgerlicher Liberalität eine aufbauende, progressive Gesellschaft entstehen könne. Doch die Hoffnung dauerte nur kurze Zeit. Schon vor 1930 begann sich das politische Klima zu verdunkeln. Profaschistische, zunehmend nationalsozialistische, antisemitische Kräfte nahmen auf der Strasse wie an der Universität die Macht ein. Wer sich zur Opposition bekannte, wurde bedrängt und bedroht, wie z.B. der Verfassungs- und Völkerrechtler Hans Kelsen[4], der die österreichische Bundesverfassung von 1920 auf entscheidende Weise mitgeprägt hatte und der an der Uni Wien von grösster Bedeutung gewesen war, dem der Tod angedroht wurde und der 1930 fliehen musste.

Moritz Schlick konnte nicht mehr fliehen. Am 22. Juni 1936 wurde er innerhalb der Universität Wien, im Fakultätsgebäude der Philosophie, auf der Treppe unterwegs zur Vorlesung von einem Studenten, der fünf Jahre vorher bei ihm promoviert hatte, mit einer Pistole erschossen. Das Wiener Schwurgericht verurteilte 1937 den Täter, Hans Nelböck[5], der den Mord als „Überzeugungstat“ rechtfertigte und keinerlei Reue zeigte, zu zehn Jahren Kerker, doch schon 1938, nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland, stellte dieser ein Gesuch um Freilassung. Er begründete seine Tat mit der Erklärung , „dass er durch die hierdurch erfolgte Beseitigung eines jüdischen, volksfremde und volksschädliche Lehrsätze verbreitenden Lehrers dem Nationalsozialismus einen Dienst erwiesen und wegen dieser Tat auch für den Nationalsozialismus gelitten habe. Da nun die Weltanschauung, aus der er, ihre Richtigkeit erkennend, die Tat begangen hat, der heute herrschender Staatsgedanke ist, empfindet er es als Härte, wenn er noch weiterhin wegen der aus dieser Anschauung geborenen Tat zurückstehen muss”.[6] Die betont klerikalfaschistische, antisemitische Anhängerschaft Nelböcks war schon im Vorfeld der Tat und des Urteils bekannt gewesen, sie wurde von breiten Kreisen geteilt, und so verwundert  es nicht, dass er auf sein Gesuch „zur Bewährung“  aus dem Gefängnis entlassen und bei der kriegswirtschaftlichen Erdölverwaltung angestellt wurde, wo er auch nach dem Krieg während der sowjetischen Besatzung die Anstellung beibehalten konnte, ab 1947 mit einem Ausweis in der Hand, in welchem er als „unbescholten“ erklärt wurde. Das „Motivationsgesetz“ für menschliche Handlungsentscheide, dessen Komplexität für Moritz Schlick mit der Abfassung seines Buchs zu Fragen der Ethik im Mittelpunkt gestanden hatte, wurde durch Johann Nelböck vielfach bestätigt. Wir werden darauf eingehen.

Schlick hatte sich nach dem Doktorat in Physik und nach der Habilitation in Philosophie entschlossen, sich noch mit dem Studium der Psychologie zu befassen. Es erschien ihm von grösstem Interesse, besser verstehen zu können, nach welcher „Gesetzmässigkeit“  Menschen mit sich selber und mit anderen Menschen leben, welche inneren Kräfte ihre Wünsche und ihr Wollen, ihr Entscheiden und Handeln antreiben, wie diese „Triebkräfte“  einerseits nach dem Wohltuenden und Lustvollen, ja nach Glück drängen, andererseits immer wieder durch jene der Angst oder jene der Wut, Zorn und Rache beeinflusst werden. Er erachtete es als einschränkend für den Erkenntnisprozess, „strenge Trennungslinien zwischen den Wissenschaften zu ziehen, immer neue Disziplinen abzusondern und deren Autonomie zu beweisen. Der wahre Philosoph geht gerade in die umgekehrte Richtung: er will die einzelnen Wissenschaften (…) vereinigen und verschmelzen, er will gerade das ihnen allen Gemeinsame als ihr Wesentlichstes aufzeigen und das Unterscheidende als etwas Zufälliges, nur der praktischen Methodik Angehöriges ansehen lehren.“[7]  Er hatte den Zugang zur Psychologie gebraucht, um eine Antwort  auf „die Grundfrage der Ethik“ zu finden: „Warum handelt der Mensch moralisch?“

Von zentraler Bedeutung war für Moritz Schlick die Frage, was die Bedeutung von Gefühlen ist, die sich als Motivation für Handlungsentscheide auswirken, was es braucht, damit ein Handlungsentscheid so und nicht anders ausfällt, „oder besser formuliert: ‚Unter welchen Bedingungen eine bestimmte Vorstellung die Oberhand über die andern gewinnt?‘ Die Antwort auf diese Frage sagt uns, warum der Mensch lieber dieses tut als jenes, warum er überhaupt etwas vorzieht, überhaupt etwas ‚will‘. Es ist die Antwort auf die Frage: ‚Warum handelt der Mensch?‘ In vielen, ja in den meisten Situationen des Lebens ist die Antwort leicht zu finden (…), dass der Mensch bei einem Widerstreit mehrerer Zielvorstellungen in der Richtung der angenehmsten handle.“ Doch „was bedeutet diese Behauptung?“[8] fragte Schlick weiter. Konnte sie nicht missverständlich sein, da nach äusserlichen Kriterien der Beurteilung die Handlungsentscheide als genau das Gegenteil gesehen werden, als unangenehm, als belastend, ja als widerlich? Er war zur Erkenntnis gekommen, dass generell „jede Vorstellung, ja jeder Inhalt unseres Bewusstseins überhaupt, erfahrungsgemäss eine gewisse Tönung an sich trägt, welche da macht, dass der fragliche Bewusstseinsinhalt nicht etwas völlig Neutrales, Gleichgültiges ist, sondern irgendwie als angenehm oder unangenehm, gefallend oder missfallend, lockend oder abstossend, freudig oder schmerzlich, lustvoll oder unlustvoll bezeichnet wird, (…) oder in der substantivischen Sprechweise der Psychologie: in jedem Erlebnis findet sich ein Gefühl der Lust oder der Unlust.“[9]

„Lust“ und „Unlust“  versteht Moritz Schlick im „denkbar weitesten Sinn“, wie er mehrfach festhielt. In der  ausführlichen, über mehrere Kapitel sich erstreckenden Erläuterung von deren Bedeutung  erweist sich das Verständnis von „Lust“ dem sokratischen „eros“ nahe, wie es sich in Platons  Symposion findet, dem vorandrängenden, auf einen Zweck oder ein Ziel ausgerichteten menschlichen Antrieb, der zur Überwindung von Hemmnissen und zur Erfüllung von Bedürfnissen anspornt.  Der „Widerstreit“  in den Variationen von Lust und Unlust reizt und lenkt die Wünsche und mit den Wünschen die Motivation in den Wahlmöglichkeiten so, dass „die Entscheidung in Richtung des am meisten lustbetonten (am wenigsten unlustbetonten) Motivs erfolgt“[10], resp. „dass jedes Abgleiten von ihr zu einer der übrigen sich mit hemmender Unlust verknüpft.  Sie stellt also einen Gipfel dar, tritt als solcher in das Zentrum des Bewusstseins und zieht die Handlung nach sich.“[11]

Für Schlick ist klar, dass Wünschen und Wollen sich in einer Abfolge von Motivationen und Impulsen auf ein – irgendwie lustvolles – Ziel hin ausrichten, dies „im gleichmässigen Strom des Tuns, der unser Dasein erfüllt und moralisch irrelevant ist“[12]. Seines Erachtens ist der „Wille“ nicht eine besonderes Vermögen, das über dem „Streit der Motive steht, in diesen eingreift und einem von ihnen den Siegespreis zuerteilt. Mit so unkritischem Denken haben wir nichts zu schaffen. (…) Nein, zu dem Schwanken der Zielvorstellungen und dem schliesslichen Überwiegen der einen tritt nicht ein besonderer ‚Willensakt‘ hinzu, sondern der ganze geschilderte Vorgang  ist[13] der Willensakt“[14]. Er tritt als Entscheid erst hervor, wenn es darum geht, „innere oder äussere Hemmnisse“ zu überwinden und ein Ziel zu erreichen.

Dass es sich dabei um ein besonders „egoistisches“ Streben handle – ein Streben nach Macht, nach Erkenntnis, nach Tätigkeit, nach Geschlechtslust oder nach Kunstgenuss -, so wie Egoismus von Arthur Schopenhauer[15] als besonderer Trieb von jenem des Mitleids – resp. des Altruismus – oder von jenem der Bosheit unterschieden wurde, das erscheint Moritz Schlick eine irreführende Erklärung zu sein. „Ist jemand mitleidig, so bedeutet das Wohl des anderen zugleich Erfüllung des eigenen Wunsches; ist er boshaft, so befriedigt es ihn, den anderen leiden zu wissen, und somit wird damit sein eigenes Wohl erhöht. Mit anderen Worten: Eine aus Bosheit oder Mitleid entspringende Tat wäre ebenso egoistisch wie eine Handlung aus Egoismus“[16].  Gemäss Schlick sollte „Egoismus“ daher nicht als „besonderer Trieb“ verstanden werden, der sich „sozusagen als Trieb höherer Ordnung“ von anderen Trieben unterscheide, resp. „auf die Befriedigung der anderen Triebe ziele“[17]. Das beruhe auf einem mangelhaften begrifflichen Gebrauch dessen, was „Trieb“ bedeute, es bedürfe einer sorgfältigeren Klärung. „Sprachlich bedeutet das Wort offenbar etwas, das da treibt, stösst oder zieht, und so denkt man dabei häufig an das Bild einer Kraft (‚Triebfeder‘), die ihrerseits nach Analogie einer Muskelspannung oder –arbeit vorgestellt wird“, doch anstelle solcher „Veranschaulichungen“ sollte eher von einer allgemeineren Formulierung ausgegangen werden. Schlick  schlägt vor, „Trieb als eine Disposition des Menschen“ zu bezeichnen, „vermöge deren sein Wünschen und daher auch sein Wollen sich auf ein ganz bestimmtes Ziel richtet“, und da die Vorstellung des Ziels lustgefärbt sei, lasse sich sagen: „Ein Trieb liegt überall dort vor, wo irgendeine Vorstellung (oder Wahrnehmung) von Lustgefühl begleitet wird. (…) Es können natürlich auch Unlustgefühle sein, denn ein Trieb kann auch negativer Natur sein: eine unlustgefärbte Vorstellung hat die Tendenz, eine Abwehr oder Fluchtbewegung auszulösen. Man sieht auch sofort, dass ein Trieb nicht eine dauernd starre Einrichtung  einer menschlichen Seele zu sein braucht, er kann etwas Temporäres, Wandelbares sein, denn durch eine vorübergehende Disposition kann eine Vorstellung eine bestimmte Gefühlstönung bekommen, die sonst eine entgegengesetzte oder gar keine Gefühlstönung besass.“[18]

Anstelle von „Trieb“ erscheint Moritz Schlick das von Immanuel Kant verwendete Wort „Neigung“ passender, um der mitschwingenden emotionalen Tönung näher zu kommen, die als bestimmende, richtungsweisende Kraft erlebt wird. Allerdings ist für Schlick die von Kant mit dem Kategorischen Imperativ  geforderte Unabhängigkeit von Neigungen beim Urteilen resp. Entscheiden und Handeln unverständlich. „Wie immer der Mensch auch handle, stets folgt er dabei einer Neigung“[19], hält er fest. Eine reine „Pflichtethik“, wie er sie in Kants Werk findet, erachtet er als unzureichend. Sie könne der menschlichen Natur und dem ihr innewohnenden Bezugsnetz sowohl zum persönlichen Wohlergehen wie zum Wohlergehen Anderer, d. h. der Ökonomie der  „sozialen Neigungen“ kaum entsprechen. Damit die egoistischen wie die altruistischen Neigungen eine Übereinstimmung von Motivation und Zielsetzung erreichen, brauche es eine „Sittlichkeit ohne Entsagung“[20]. Zutiefst im Menschen sei eine  „Glücksbereitschaft“, die als „Glücksfähigkeit“ erfüllt werden könne, allerdings nicht in der „pompösen Verkleidung“ des Strebens nach „Glückswürdigkeit“, die allen für Kant gelten könne, sondern in der Sorgfalt, mit welcher auf die geheimnisvolle moralische Tönung des Gewissens geachtet werde, in gleicher Weise gegenüber sich selber und gegenüber Anderen. Anstelle der Pflichtethik geht es um eine „Ethik der Güte“. Wir werden näher darauf eingehen.

Erinnern wir uns, dass Moritz Schlick in Zusammenhang seiner Erkenntnis des „Motivationsgesetzes“, das den Handlungsentscheiden zugrunde liege, die Bedeutung der „Tönung“ hervorhob, die bei allen Vorstellungen des Bewusstseins mitschwinge und diese lenke – „angenehm oder unangenehm, gefallend oder missfallend, lockend oder abstossend, freudig oder schmerzlich, lustvoll oder unlustvoll“[21].  Es erscheint mir beachtenswert, dass er sich damit der Erkenntnis der geheimnisvollen emotionalen Kräfte annäherte, die Sigmund Freud ab 1911 mit dem Unbewussten in Verbindung brachte, durch welches das Bewusstsein beeinflusst wird, eine Erkenntnis, die anschliessend in zahlreichen Untersuchungsberichten belegt und zunehmend ergänzt wurde[22].  Für Freud als Mediziner, der von der Neurologie zu den Erkenntnissen der  Psychoanalyse kam, stand fest, dass für die Lenkung negativer oder positiver Impulse das limbische System, die Amygdala (resp. das emotionale Gehirn) in ständigem Austausch mit den Frontallappen des Neokortex (resp. des kognitiven Gehirns) steht, dass jedoch der Einfluss der unbewussten emotionalen Kräfte auf die bewussten Entscheidungsprozesse dominiert. Für beide Denker ist unbestreitbar, dass diese nicht über Verstandesleistungen gelenkt werden, dass vernunftgerechtes resp. „sittliches“ Handeln, wie es von Kant auf Grund rein philosophischer Erkenntnisse gefordert wurde, nicht durch theoretische Erkenntnisse oder logische Denkprozesse und ebenso wenig durch autoritäre moralische Forderungen zustande kommen kann, d.h. durch keinerlei Zwang, sondern dass es in der „Neigung“ des Menschen, in dessen Triebstrukturen der wohlwollenden „Tönungen“ bedarf. Mit anderen Worten: dass der Mensch die Kräfte des Unbewussten braucht, damit eine Übereinstimmung des inneren Wohlbefindens und des nach Aussen oder gegenüber Anderen gerichteten Handelns geschieht.

Zunehmend mag deutlicher werden, was Moritz Schlicks Motivationsgesetz beinhaltet. Er weist damit nach, dass ein Handlungsentscheid, der bei anderen Menschen – oder beim handelnden Menschen selber – ein Leiden bewirkt, vielleicht sogar Leiden und Tod, trotzdem auf Grund einer lustbetonten Zielvorstellung erfolgt sein kann. Möglicherweise belasten die Folgen zutiefst, sei es durch Gefühle der Schuld und der Scham, sei es durch Gefühle der Erniedrigung oder des Verlustes. Möglicherweise aber belasten sie nicht, sondern sie werden als heroische Leistung gerechtfertigt, wie es der Fall bei Johann Nelböck war, Moritz Schlicks ehemaligem Studenten und Doktoranden, der seinem Doktorvater den Tod angedroht hatte und diese Drohung  schliesslich erfüllte. Als Täter wollte er keinerlei Schuld akzeptieren, wie Renate Lotz-Rimbach in ihrer Falluntersuchung belegt[23]; er betrachtete sich als Held, der „‘um einer Sache willen‘“ gehandelt habe, der „eine Idee durchsetzen oder ein ganz bestimmtes Ziel verwirklichen“[24] wollte. Was Schlick in seinem Buch paradigmatisch als Handlungsmotivation im Fall eines selbstlosen Freundes dargestellt hatte, der sich zum Schutz eines Anderen dem Tod preisgibt, wurde mit gleicher Begründung, jedoch seitenverkehrt, vom Täter in Anspruch genommen, um die Tötung eines schuldlosen Menschen zu planen und umzusetzen. Schlick nahm an, dass für einen solchen Handlungsentscheid „die Vorstellung des Ziels oder jene Idee in seinem (resp. des Täters) Bewusstsein mit so ungeheurer Gewalt vorherrscht, dass daneben kaum noch für andere Gedanken Raum ist; jedenfalls gilt das für den Zustand der Begeisterung, aus dem allein eine heldenhafte Handlung entspringen kann. Gewiss taucht auch die Vorstellung des eigenen schmerzvollen Untergangs auf, aber so unlustbeladen sie für sich allein wäre, sie wird gehemmt und verdrängt durch die überragende Zielvorstellung , die nun den Sieg davonträgt in einem ‚Willensakt‘, in einer Anstrengung, die umso stärker und schärfer ist, je länger und deutlicher der Gedanke an die für den Täter unvermeidliche Katastrophe vorhanden war. Und woher die wunderbare Wucht der entscheidenden Zielvorstellung? Woher die Gewalt des Affektes? Kein Zweifel, sie ist allein dem Gefühl zu verdanken.“[25]

Das „Gefühl“, das Nelböck beherrschte, war doppelschichtig „narzisstisch“, wie Freud dieses diagnostiziert hätte: einerseits ein verliebtes, gekränktes Imponiergehabe gegenüber einer Studentin, die ihn provozierte und  sich gleichzeitig nicht für ihn, sondern für Professor Schlick interessierte, andererseits ein politisches Imponiergehabe gegenüber den klerikalfaschistischen, antisemitischen Machtrepräsentanten, deren Ideologie er sich zunehmend verschrieben hatte und von denen er durch seine Tat Anerkennung und Aufstieg zu gewinnen wünschte. Tatsächlich hatte Johann Nelböck seit 1929/30 gegenüber Moritz Schlick seinen Hass geschürt und seine Drohungen gesteigert, bis er diese am 22. Juni 1936 mit einem Pistolenschuss realisierte. Das vielschichtige persönliche Minderwert- oder Unwertgefühl, das bei Nelböck nach Kompensation drängte, mag eine teilweise Erklärung für den Handlungsentscheid ermöglichen. Doch genügt diese Erklärung, um die fortgesetzte blinde Gefolgschaft und Anpassung an die nationalsozialistische Ideologie zu verstehen, durch welche die Untat als gerechtfertigte Tat verteidigt wurde?

Das Motivationsgesetz schliesst mit aller Klarheit auch die menschliche Betörbarkeit und Verblendung ein. Moritz Schlick war sich der damit verbundenen Komplexität bewusst, als er sich ansetzte, sein philosophisch-psychologisches Werk zu schreiben und zu publizieren, nicht nur im Ahnen, dass seine Erkenntnisse nicht auf allgemeinen Beifall stossen würden, sondern dass mit dem Aufdecken der Schwächen und Schwierigkeiten der inneren Befangenheit durch gefühlsgesteuerte Wünsche die Verantwortlichkeit für Handlungsentscheide in Brüche gehen könnte. „Wären Willensentscheide ursachlos, so hätte es keinen Sinn, eine Einwirkung auf einen Menschen zu versuchen, und man sieht sofort, dass dies der Grund wäre, warum wir ihn nie zur Rechenschaft ziehen könnten, sondern immer nur ein Achselzucken für sein Verhalten haben würden. Man kann in der Praxis leicht feststellen, dass wir einen Täter gerade umso mehr verantwortlich machen, je mehr Motive wir für sein Handeln finden können. Wenn ein Gewalttäter mit seinem Opfer verfeindet war, wenn er schon sonst gewalttätige Neigungen gezeigt hatte, wenn irgend ein besonderer Umstand ihn ärgerte, dann werden wir ihm eine strenge Strafe diktieren; je weniger Gründe aber für ein Delikt zu finden sind, desto weniger werden wir es dem Täter anrechnen, sondern für seine Handlung mehr einen ‚unglücklichen  Zufall‘, eine augenblickliche Sinnesstörung oder dergleichen verantwortlich machen. Wir finden die Gründe nicht in seinem Charakter und suchen daher nicht, auf diesen bessernd einzuwirken: dies und nichts anderes heisst es, wenn wir ihm die Verantwortung nicht aufladen, Und er selbst fühlt das auch genauso und sagt: ‚Es ist mir unerklärlich, wie mir das passieren konnte.‘“[26]

Für Schlick steht jedoch nicht in Frage, dass auch in solchen Fällen eine Kausalität besteht, die die Verantwortlichkeit fürs Handeln miteinbezieht. „Freiheit von Zwang darf nicht mit Fehlen von Ursachen verwechselt werden“[27] resp. „wer nicht blind ist, kann jedes sichtbare Ding sehen“[28]. Mit anderen Worten:  selbst wenn das Auge einen Gegenstand, der sich in völliger Dunkelheit befindet, nicht zu sehen vermag, kann die Verantwortung nicht aufgehoben werden, wenn Schaden entsteht. Gemäss Schlicks Motivationsgesetz bewirkt die durch Gefühle geschaffene innere Verblendung, dass die Vorstellung jedes beliebigen Ziels lustvoll werden kann, dass selbst Leidvolles oder Erschreckendes als erhaben, gross und notwendig empfunden werden und den Entscheid zu handeln antreiben kann. Dunkelheit für das innere Auge, durch welches Wünschen und Wollen, Entscheiden und Handeln motiviert werden, kann daher nicht als beiläufig abgetan werden.

Die Frage stellt sich nicht nur nach den Ursachen des fehlenden Lichts resp. der mangelhaften inneren Freiheit im kritischen Hinterfragen des gefühlsmässigen Antriebs zum Handeln, sie stellt sich auch in Hinblick auf die sittlichen Wertekriterien. Schlick hinterfragt erneut die als angemessen erklärte Antwort auf die Frage „Was heisst moralisch?“,und er kommt zur Erkenntnis, dass es dasjenige Verhalten sei, von dem die menschliche Gesellschaft glaube, dass es ihre eigene Wohlfahrt am meisten fördere.[29] Doch der Zwiespalt, der mit dem gesellschaftlichen resp. staatlichen Zwang einhergeht, Gesetze zu befolgen, die möglicherweise nicht mit dem Gewissen resp. dem persönlichen Wohl übereinstimmen, macht deutlich, dass die Ethik der Pflicht nicht genügen kann. Das eigene Wohl, das als Antwort auf den egoistischen Trieb erscheint und möglicherweise der Erfüllung des persönlichen Bedürfnisses nach Glück gerecht wird, bedarf  gemäss Moritz Schlick der Übereinstimmung mit der Erfüllung des sozialen, altruistischen Triebs, um auch in moralischer Hinsicht genügen zu können. Da jedoch Pflichterfüllung und Gehorsam eher eine unterdrückende, dunkle Tönung verursachen, müsse angenommen werden, dass auch die „verschiedenen Arten und Nuancen sozialer Triebe“ des sorgfältigen Hinterfragens bedürfen. Wenn es wirklich um das Glück der Anderen gehen solle, sei „diffusen“  Neigungen gegenüber  – z.B. „allgemeiner Menschenliebe, Solidaritätsgefühl, Liebe zum eigenen Volk“ eher ein „gewisses Misstrauen“ angezeigt[30],  ausser die Grundhaltung sei jene des „gütigen Handelns“.

Damit gelangt Moritz Schlick auf die Ethik der Güte. Auf der Basis der ausführlichen vorangegangen Untersuchungen bedarf er zu ihrer Begründung  keiner ausgeklügelten Begründungen mehr. Wir werden seine knappe Darstellung, die ihn selber auf spürbare Weise überzeugt, in Verbindung setzen mit Hannah Arendts Ethik der Freiheit sowie der Ethik der Reziprozität, wie ich sie vertrete, und dadurch die Frage nach der Bedeutung und dem Wert des Vergebens zu beantworten versuchen.

 

  1. Ethik der Güte – der Freiheit – der Reziprozität
  2. 1. Da jedes Leiden zutiefst nicht der Verstärkung des Leidens, sondern der Linderung, ja der Heilung bedarf, dient Strafe kaum zur Korrektur von Schaden und Schuld. Diese Überzeugung vertritt auch Moritz Schlick. Auf die Frage, was Strafe eigentlich sei, hält er fest: „Die manchmal noch geäusserte  Anschauung, als sei sie eine natürliche Vergeltung[31] für begangenes Unrecht, sollte in einer kultivierten Gesellschaft nicht mehr vertreten werden, denn die Ansicht, dass eine in der Welt vorgekommene Leidvermehrung durch eine neue Vermehrung des Leides ‚wieder gut gemacht‘ würde, ist gar zu barbarisch.“[32] Eigentlich sei gar nicht klar, wer überhaupt zu bestrafen sei, wer als wahrer Täter der Handlung anzusehen sei. Als Urheber könnten schliesslich ebenso gut die Urgrosseltern des Täters gelten, oder die Staatsmänner, die sein soziales Milieu geschaffen haben und so fort[33]. Für Schlick ist „derjenige als Täter anzuschauen, an dem die Motive hätten einsetzen müssen, um die Tat sicher zu verhindern“[34], doch weit entfernte Ursachen in Betracht zu ziehen nütze nichts, um künftige Fehlentscheide zu verhindern. Von Nutzen sei allein das Sich-Bewusstwerden, dass der eigene Wunsch als Triebfeder des Handelns gewirkt habe, dass man auch anders hätte handeln können. Das dadurch einsetzende Bedauern, ja die Reue resp. die „Unlust“ ob dem eigenen Fehlverhalten und dem dadurch geschaffenen Schaden könne Motivation sein, eine Wiederholung zu verhindern, das mit dem reuevollen Nachdenken über dieses Versagen verbundene Einsehen und Verstehen der Ursachen eigenen Leidens und der Folgen des bei Anderen geschaffenen Leidens, allein dieser im eigenen Denken stattfindende Prozess, jedoch keine Art von „Tortur“, keine Erniedrigung, kein Zurückschlagen – keine Rache.

Für Moritz Schlick beruht die Ethik der Güte auf den Kriterien, die das Glücksbedürfnis des Menschen beachten, auf der Glücksbereitschaft und der Glücksfähigkeit, d.h. auf prioritären Voraussetzungen und Eigenschaften, die prinzipiell für alle Menschen gelten, die zugleich passive und aktive Verhaltensweisen beinhalten, nämlich Erwartung und Handeln. Diese richten sich nicht auf das materielle Haben aus, sondern auf das immaterielle, emotionale Haben, somit auf das Sein und ermöglichen ein Empfangen und ein Geben in einem Verhältnis der Wechselseitigkeit, sei es das Verhältnis des Individuums zu sich selber, zur Natur und zur Zeit sowie zu den anderen Menschen, mit denen Lebensraum und Zeitrahmen geteilt werden. Das Verhältnis der Wechselseitigkeit beruht in jeder Hinsicht auf einem System vielseitiger Abhängigkeit, in welchem die von Schlick hervorgehobenen „Triebe“ des Egoismus wie des Altruismus von analoger Bedeutung sind. Die Frage der Glückswürdigkeit, die von Kant in seinem strengen lutheranischen Denken im Vordergrund stand, kann für Schlick nicht genügen. Er erachtet sie als „pompöse Verkleidung“ irgend eines „mysteriösen Bezugs auf eine mögliche Belohnung. (…) Die Natur ist nicht geizig oder sparsam und knüpft keine andere Bedingung an die Verleihung ihrer Güter, als dass man fähig sei, sie zu empfangen. Glücksfähigkeit ist schon Glückswürdigkeit.“[35]

Was im Verhältnis zur Natur – zur grossen Natur von Erde und Kosmos – leicht einleuchten kann, erscheint im Verhältnis zu sich selber und zum menschlichen Umfeld zu Recht schwieriger. Für Moritz Schlick ist unbestritten, dass im Ungleichgewicht der Gefühle in allen Variationen von Lust und Unlust und in allen nach Umsetzung drängenden Manifestationen zwischen Liebe und Hass, Zuwendung und Abwehr, Freundschaft und Feindseligkeit, kurz, zwischen den positiven und negativen Kräften eine Unordnung der egoistischen und der altruistischen Triebe entsteht, die sich verhängnisvoll auswirken kann, dass auch Gesetze, Gebote und Verbote, welche Unterwerfung, Gehorsam oder Anpassung fordern und bei Nichtbeachtung mit Strafe drohen, praktisch nichts oder nur wenig zur Verbesserung der Verhältnisse zwischen den einzelnen Menschen beitragen können, ebenso wenig zwischen deren sozialen, ökonomischen und staatlichen Strukturen, die in der Regel vom Streben nach Macht Einzelner gelenkt werden. Nochmals betont er, dass Pflichtethik allein keine Harmonie im Kräfteverhältnis zustande bringen kann. Seiner Ansicht nach müssten, „auf solche Weise geschaffene Neigungen unbeständig sein und durch den beschriebenen inneren Angleichungsprozess unerbittlich wieder ausgewischt werden – wenn das sittliche Handeln nicht selbst eine Quelle der Lust ist oder solche Quellen erschliesst[36], d.h. wenn auf die Frage, warum in aller Welt solches Handeln nötig sei, sich nicht die Antwort ergäbe, dass es so für einen selber glücksbringend sei. Gewissermassen zur Bestätigung seiner eigenen Erkenntnis zitiert er Marc Aurel, der festhielt: „Im Stadium der Vollendung  tust du das Rechte, nicht weil es sich schickt, sondern weil du dir selber damit einen Gefallen erweist.“[37] Es geht um die Möglichkeit, das Glücksbedürfnis mit dem Bedürfnis nach einem guten Gewissen, d.h. nach innerem Frieden unter den emotionalen Kräften und jenen des Denkens und Urteilens zu vereinen.

Der fragile und zugleich mächtige Begriff der Freiheit kommt nun zum Einsatz: Es bedarf des „freiwilligen“ Einsehens in die Notwendigkeit  eines offenen, wohlwollenden Blicks in gleichem Mass auf sich selber wie auf den/die anderen Menschen. Es bedarf einer Veränderung der „Neigung“ nicht hin zum Nachträglichen, Verletzenden oder Belastenden gegenüber dem eigenen Ich noch gegenüber dem Anderen, nein, es bedarf der „Neigung“ zu deren und zum eigenen Guten resp. zur Güte. Schlick führt als Beispiel an, wie viel das Lächeln bei Begegnungen auch zwischen Unbekannten zu verändern vermöge, wenn sich darin nichts Erzwungenes, sondern eine Offenheit wiederspiegle, die Wohlwollen bedeute. „Der Mensch lächelt, wenn er froh ist, und er lächelt, wenn er Sympathie fühlt. Güte und Glück tragen denselben Ausdruck im Antlitz.“[38] Die Bedeutung des Lächelns mag für Moritz Schlick mit dem von Rose Ausländer geschaffenen Bild der „Tür, offen zu offenen Türen, zu offenen Wegen“ überein stimmen: „Bruderberührung der Luft, Luft geatmet in die offene Tür“.[39]

 

[1] Moritz Schlick. Fragen der Ethik. (Bd. IV der Schriften der wissenschaftlichen Weltauffassung). 1930 Wien , Verlag von Julius Springer /  1984 Frankfurt a. M., Suhrkamp Verlag (Taschenbuch Wissenschaft 477, herausgegeben und eingeleitet von Rainer Hegselmann)

[2] Allan Janick und Stephen Toulmin. Wittgensteins Wien. 1984, München/Wien Carl Hanser Verlag, S. 263 – 344

[3] cf. Friedrich Stadler. Studien zum Wiener Kreis. Ursprung, Entwicklung und Wirkung des Logischen Empirismus im Kontext. 1997, Frankfurt a. M. Suhrkamp Verlag, S. 693 ff.

[4] Hans Kelsen (geb. 1881 in Prag – gest. 1973 in Orinde / Berkeley)

[5] Hans Nelböck (geb. 1903 in einem Bauerndorf in Oberösterreich, gest. 1954 in Wien). Er hatte 1931 mit einer Dissertation Zur Bedeutung der Logik im Empirismus und Positivismus bei Moritz Schlick promoviert. – cf. Renate Lotz-Rimbach. Mord verjährt nicht: Psychogramm eines politischen Mordes. In: Moritz Schlick. Stationen. 2009 Wien, Springer-Verlag, S. 81-104.

[6] In: Friedrich Stadler: Studien zum Wiener Kreis. Ursprung, Entwicklung und Wirkung des Logischen Empirismus im Kontext. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1997, S. 958.

[7] Moritz Schlick. 1984 Frankfurt a. M., S. 74

[8] Moritz Schlick. Fragen zur Ethik. 1984 Frankfurt a. M., S. 79

[9] Schlick. 1984 Frankfurt a.M., S. 79

[10] Schlick. 1984 Frankfurt a.M., S. 82

[11] Schlick. 1984 Frankfurt a.M., S. 81

[12] Schlick. 1984 Frankfurt a.M., S. 75

[13] Schrägschrift im Original

[14] Schlick, 1984 Frankfurt a.M., S. 78

[15] Arthur Schopenhauer (geb. 1788 in Danzig – gest. 1860 in Frankfurt a.M.), Die Welt als Wille und Vorstellung. Vier Bücher in zwei Bänden (geschrieben in Dresden 1818).Leipzig, ohne Erscheinungsjahr,  Inselverlag  (Grossherzog Wilhelm Ernst – Ausgabe)

[16] Schlick, 1984 Frankfurt a. M., S. 94

[17] Schlick, 1984 Frankfurt a. M., S. 95

[18] Schlick, 1984 Frankfurt a. M., S. 96

[19] Schlick, 1984 Frankfurt a. M., S, 97

[20] Schlick, 1984 Frankfurt a. M., S. 192-195 f

[21] Schlick, 1984 Frankfurt a. M., S. 79

[22] Sigmund Freud (6. Mai 1856 in Freiberg / Mähren – 23. September 1939 in London). Studienausgabe 1975, Frankfurt a. M. S. Fischer Verlag. Bd. III: Formulierungen über zwei Prinzipien des psychischen Geschehens (1911). – Einige Bemerkungen über den Begriff des Unbewussten in der Psychoanalyse (1912). – Zur Einführung des Narzissmus (1914). – Die metapsychologischen Schriften von 1915: Triebe und Triebschicksale (1915) – Die Verdrängung (1915) – Das Unbewusste (1915) – Metapsychologische Ergänzung zur Traumlehre (1917/1915) – Trauer und Melancholie (1917 / 1915)  – Jenseits des Lustprinzips (1920) – Das Ich und das Es (1923) – Neurose und Psychose (1924 / 19239 – Das ökonomische Problem des Masochismus (1924) – Der Realitätsverlust bei Neurose und Psychose (1924) – Notiz über den ‚Wunderblock‘ (1925 / 1924) – Die Verneinung (1925 – der Fetischismus (1927) – Die Ichspaltung im Abwehrvorgang (1940 / 1938)

[23] Renate Lotz-Rimbach. Mord verjährt nicht. In: Stationen. Dem Philosophen und Physiker Moritz Schlick zum 125. Geburtstag. 2009, Wien-New York, Springer Verlag. S. 81-104

[24] Schlick, 1984 Frankfurt a. M., S. 85

[25] Schlick, 1984 Frankfurt a. M., S. 85

[26] Schlick. 1984, Frankfurt a. M., S. 165

[27] Schlick. 1984, Frankfurt a. M., S. 166

[28] Schlick. 1984, Frankfurt a. M. S. 87

[29] Schlick, 1984, Frankfurt a. M., S. 167

[30] Schlick. 1984, Frankfurt a. M., S. 189

[31] Schrägschrift im Original

[32] Schlick. 1984, Frankfurt a. M., S. 161

[33] Dies betrifft auch die TäterInnen politischen Widerstandes, wie z.B. die Untersuchungen der Fallgeschichte Ulrike M. Meinhofs belegen können, s. Maja Wicki-Vogt. Ulrike Marie Meinhof. In: Kreative Vernunft. Mut und Tragik von Denkerinnen der Moderne. 2010, Zürich edition 8. S. 239-259

[34] Schlick. 1984, Frankfurt a. M., S. 162

[35] Schlick, 1984, Frankfurt a. M., S. 194-195

[36] Schlick. 1984, Frankfurt a. M., S. 182

[37] Schlick. 1984, Frankfurt a. M., S. 200 (mit dem Quellenhinweis: Marc Aurel. Wege zu sich selbst, 154/155 Abschnitt 13. Das Zitat scheint eine von Schick vorgenommene Übersetzung des dortigen griechischen Textes zu sein.)

[38] Schlick. 1984, Frankfurt a. M., S. 191

[39] cf. Vorlesung S. 1

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