Unersättlichkeit als Folge existentiellen Hungers? – Heilungsmöglichkeiten über das Erkennen und Verstehen

Unersättlichkeit als Folge existentiellen Hungers?

Heilungsmöglichkeiten über das Erkennen und Verstehen

 

(1) Entfremdung und Suchtprävention: Begriff von Georg Friedrich Wilhelm Hegel (1770 – 1831) aus den Vorlesungen zur Philosophie der Geschichte (“Der Mensch ist nie, was er sein sollte, und er sollte sein, was er sein müsste”), Folge der Materialisationsbedingungen des absoluten Geistes, Von Karl Marx (1818 – 1883) in den “Ökonomisch-philosophischen Schriften” (Pariser Manuskripte) von 1844. Frage der Grundbedürfnisse bei Marx zentral, auch Folgen der Nicht-Befriedigung. – Psychoanalytisches Verständnis von Entfremdung (bei Freud: “Was Es ist, soll Ich werden” / aber auch Trieb contra Kultur (Triebunterdrückung), sodann in der Folge der Projektionen und Übertragungen. Materielle und psychische Bedingungen summieren und ergänzen sich. – Zur Frage der Prävention: an der Schaffung von wirtschaftlichen, urbanistischen (Wohnqualität), bildungsmässigen Bedingungen, welche die Grundbedürfnisse befriedigen. Menschen (mithin schon Kinder) und Beziehungen zwischen Menschen dürfen nicht Warencharakter haben (Instrumentalisierungsverbot in der Ethik: praktischer Imperativ).

(2) Weniger Gefahr, in “Banalitäten” abzugleiten, als in Fundamentalismen und Dirigismen. Frage nach Unterscheidung von Grund- (resp. Primär-)bedürfnissen und Sekundär- / Tertiärbedürfnissen u.a. im Zusammenhang der Armutsforschung, der Flüchtlingsarbeit, der Gewaltprävention, Rassismusforschung, auch Suchtprävention etc. ergründet: Unterscheidung zwischen materiellen, psychischen und sozialen Grundbedürfnissen.

(3) Was ist überhaupt unter “Freiheit” zu verstehen? s. Diskussion um Postmoderne / Moderne. Letztlich “Befähigung zu” (betr. auch Verantwortung). Gegenteil ist nicht “Verbundenheit”, sondern Notwendigkeit, Zwänge, Unausweichichkeiten, Krankheiten, Sterblichkeit und Tod, “Fremddefinitionen” vielfältigster Art (s. z.B. Flüchtlingsschicksale etc.). Frage der erträglichen Kombination resp. der gegenseitigen Verbindung: anderes Kulturverständnis, Kultur der Solidarität nicht Kultur als hypostasierte Identität).

 

Zweiter Teil

(1) Haltung zur Gentechnologie? Aporie des Fortschritts. Grundsätzlicher Verlust des moralischen Handelns? Welches sind die Kriterien? (S. Diskussion um Peter Singers “Ethik”).

(2) Wie ist der “gesellschaftlichenWandel” zu interpretieren? s. Postmoderne, postindustrielle Gesellschaft.

 

 

Dritter Teil

(1) “Wirkliche Menschen” oder “liebliche Wunschwesen” als Objekte der Prävention? – Gleicher Fallstrick wie in der Pädagogik. Irren und lernen zulassen anstelle von Zwang zur Befolgung von Rezepten.

(2) Bezüglich “Unersättlichkeit”: zu unterscheiden zwischen quantitativen und qualitativen Gefühlen des Ungenügens, Streben nach mehr (kann auch sein Erkenntnis, Gründlichkeit, Klarheit, Sprachfähigkeit etc.), Zielsetzungen, Steigerungen des Handelns, mithin zu unterscheiden zwischen “Habenwollen” und “Seinwollen” im Prozess des Werdens.

 

Vierter Teil

Zuerst (3) anstelle von (1): Ich nehme an, Prävention versucht, Leiden, das aus Verdrängung, aus selbstschädigender Kompensation entsteht, zu vermindern, nicht Leiden gemeinhin. Dies ist unmöglich. Jede Kindheit, jede Existenz ist von Leiden geprägt. Prävention sollte “Glücksfähigkeit” fördern, Beziehungsfähigkeit, Konfliktbewältigungsfähigkeit etc.: dies sollte ihr Ziel sein.

(1) Prävention sollte in Richtung Unterscheidung von Grund- und Sekundär- / Tertiärbedürfnissen arbeiten, Stärkung der Ich-Zustimmung, des Ertragenkönnens von Differenz und “Fremdheit” bei sich selber und bei anderen Menschen, der Unvollkommenheiten, Vorläufigkeiten und des eigenen und fremden Ungenügens, damit “Training” in Selbstachtung, Selbstanerkennung, Selbstliebe.

 

Fünfter Teil

Wie nicht an den Menschen “vorbeireden”? – Mehr Fragen stellen, selber antworten lassen, Rückfragen stellen, versuchen zuzuhören, statt Rezepte zu geben. Frage nach dem “Suchtzentrum” (Ch.), nach den Kräften des “inner family systems” (resp. der multiplen Persönlichkeit, welche die Normalität jedes Menschen ist). Damit kommen Sie den “Erfahrungen” ev. weniger bestimmter Gruppen, als bestimmter Menschen nahe. Nicht moralistisch, sondern unterstützend, fördernd, achtungsvoll, kurz “moralisch” sprechen, ev. mit pragmatischer Begründung (so ev. Erfolg in Aids-Prävention zu erklären).

Frage der Klischees: um welche handelt es sich? – wer hat sie geschaffen, wer benutzt sie und zu welchem Zweck?- welche Projektionen, Ängste, Inkompetenzen etc. verstecken sich dahinter?

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