Mitten im Leben: Was heisst “Verlässlichkeit” im beruflichen Alltag?

Mitten im Leben:  Was heisst “Verlässlichkeit” im beruflichen Alltag?[1]

 

Ich gehe von einer Überlegung und einer Frage aus, die sich in einem der Notizbücher von Simone Weil findet, dieser mir nahestehenden französisch-jüdischen Denkerin: “Handlungen, die wie Hebel hin zu mehr Wirklichkeit sind. Wie funktioniert das?”

Gehört berufliche Arbeit – z. B. die Arbeit im Sozialbereich, im medizinischen und psychotherapeutischen Bereich, im Bereich von Erziehung und Jurisprudenz, letztlich in jedem Bereich, in welchem Menschen von der Qualität der beruflichen Funktion anderer Menschen abhängig sind – zu diesen Handlungen, die wie Hebel wirken?

Als vor einigen Jahren eine Freundin von mir, die während drei Jahrzehnten den Beruf der Sozialarbeit ausgeübt hatte, an einer schweren Krebserkrankung litt, unterhielten wir uns oft über den Kern von Simone Weil’s Notizen. Sie wusste, dass die Krankheit nicht heilbar war und konnte diese Tatsache als Teil ihrer Erfahrungen akzeptieren. Bevor sie starb, hielt sie in einem Brief fest, ihr Leben sei von “Glück” geprägt gewesen. Sie schrieb von ihrem Kampf gegen die tödliche Krankheit, vor allem aber vom Wert der Beziehungen, die sie über ihre Arbeit erlebt hatte – von Jahren, die, wie sie formulierte, “lebenswert, spannend, interessant, herausfordernd, manchmal einfach schön, oft auch bitter waren, Jahre voller Leiden, aber immer wieder gut und positiv”. Sie ermutigte die Freundinnen und Freunde, an welche ihr Brief gerichtet war, “wenn möglich bewusster, wenn möglich freudiger” zu sein, um “auch ein kleines Rädchen in der Gesellschaft zu bewegen”.

Mir schien damals, dass mit dem Rat meine Freundin, “bewusster, wenn möglich freudiger” zu leben, um “auch ein kleines Rädchen in der Gesellschaft zu bewegen”, eine Antwort auf Simone Weil’s Frage ausgesprochen wurde, was es brauche, damit das Handeln – die Arbeit, insbesondere die berufliche Tätigkeit – wie ein gutes Hebelsystem wirke, so dass mehr Wirklichkeit bewirkt werden könne. Möglicherweise sind Sie skeptisch und stellen die Frage, ob dies möglich sei, wenn die berufliche Arbeit vor allem mit menschlichem Leiden, mit der Tatsache von Gewalt, von Ohnmacht und Einsamkeit sowie mit belastenden politischen Strömungen und gesellschaftlichem Mangel einhergeht?  Genügt es, der Not vieler Menschen durch das berufliche Wissen und Können entgegenzuwirken? – oder bedarf es eines zusätzlichen Wissens, um immer wieder in der Lage zu sein, wie meine Freundin dies tat, trotz der ermüdenden, manchmal erschöpfenden Wiederholung menschlichen Unglücks und sozialer Ungerechtigkeit, auch trotz der Flüchtigkeit des eigenen Lebens, “ein kleines Rädchen in der Gesellschaft zu bewegen”?

Könnte Verlässlichkeit in diesem Sinn als “Hebel” verstanden werden, als “Hebel hin zu mehr Wirklichkeit” – gemäss dem Vergleich Simone Weil’s mit dem physikalischen Hebelgesetz? Doch welche Art der Verlässlichkeit ist damit gemeint? Ist es die gesetzesmässige? – oder ist es die zwischenmenschliche? Oder ist es die Verlässlichkeit des Menschen in der Beziehung zu sich selbst, in der Vereinbarkeit und Übereinstimmung von Pflichterfüllung, von Denken und von eigenen Bedürfnissen, von Zeit und von moralischen Werten? Können Bildung und Ausbildung einen Beitrag leisten, damit in der beruflichen Arbeit für die eigenen, persönlichen Bedürfnissen wie für die Bedürfnissen der Menschen, die der beruflichen Präsenz eines anderen Menschen bedürfen, eine genügende zwischenmenschliche Antwort gefunden werden kann?

Ist die weite Bildung, welche Ihrer Ausbildung zugrunde liegt, nicht schon Antwort auf das grosse Bedürfnis, sich Wissen anzueignen, dieses an der Erfahrung zu messen, wieder zu verwerfen, zu erweitern, es umzusetzen in spezifischen wie in allgemeinen Belangen, um festzustellen, dass mit dem Lernen wieder neu zu beginnen ist? Bildung in diesem Sinn ist gewissermassen der tragende Boden jeder beruflichen Ausbildung, die als spezifischer Weg des Wissens immer auch ein Weg des Erkennens und Bewusstwerdens über das Ungenügen von Theorien bedeutet, ein Weg, der immer wieder an Grenzen führt, die zu verschieben, auszudehnen, wenn nicht zu überschreiten ein ständiger Ansporn ist. Bildung weist somit über die spezifische Ausbildung –gerade im Bereich der sozialen Arbeit – hinaus auf das gelebte Leben in unserer Zeit, weist über das eigene Ich hinaus auf die Beziehung zu den anderen Menschen, auf deren Bedingungen zu leben und auf die Nichtübereinstimmung der vielfältigen Bedürfnisse, Forderungen – und Möglichkeiten, mangelnde Lebensqualität zu korrigieren. In diesem Sinn ist die Ausbildung, deren Abschluss Sie feiern, im besten Sinn mit dem, was Bildung generell bedeutet, verknüpft: als Befähigung, Voraussetzungen für ein gelingendes Leben zu finden oder zu schaffen – unter den Bedingungen der Zeit, die nicht wählbar ist -, einerseits Ihres eigenen Lebens und des Lebens Ihrer Angehörigen, andererseits des Lebens jener Menschen, die auf  Ihre Wachheit und Ihre Klugheit, auf Ihre Fähigkeit, deren Leiden zu verstehen wie auf Ihre professionellen praktischen Kenntnisse warten, um besser leben zu können.

Simone Weil hatte die Überlegung über Handlungsentscheide, die wie “Hebel hin zu mehr Wirklichkeit” wirken könnten, mit 32 Jahren in einem ihrer “Cahiers” aufgezeichnet. Die Philosophin, welche schon in ihrer Studienzeit an der Sorbonne in Paris durch ihre rationale Skepsis und durch ihr emotional geprägtes, politisches Engagement gegen jede Art von Ausbeutung und Unterdrückung auffiel, welche nach Abschluss des Studiums sowohl in Gymnasien Philosophie unterrichtete wie in Fabriken am Fliessband und an schweren Maschinen arbeitete, um die Lebensbedingungen der Arbeiterschaft in deren Wirklichkeit zu kennen, sie befand sich damals, 1941, als Flüchtling in Südfrankreich in einer Wartezeit zwischen dem Exodus aus Paris und der Emigration über die USA nach England. Zwei Jahre später, im August 1943, starb sie an den Folgen einer durch akute Mangelernährung verursachten Tuberkulose. Sie hinterliess ein Werk, das sich weniger durch theoretische Systematik auszeichnet, als durch eine ergreifende Tiefe der Auseinandersetzung mit Fragen der religiösen Erkenntnis, der existentiellen, sozialen und politischen Widersprüche sowie der zwischenmenschlichen Ethik. Von verbindlicher Bedeutung war für sie die Kraft des Mitfühlens, des verstehenden Mitgefühls: das “sym-pathein”. Kann dies auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage, was den “Hebel” bewegt resp. in der Gesellschaft ein kleines Rädchen bewegt, weiterführen? Steht “sympathein” in Verbindung zu “Verlässlichkeit”?

Simone Weil  brauchte das Bild des Hebels, resp. sie machte einen Vergleich aus dem Bereich der Physik, um dem Geheimnis der besseren Qualität des Handelns auf die Spur zu kommen. Da, wo es sich um den Einsatz von physikalischer Energie, von Kraft handelt, kommt dank dem Hebel eine vielfache Steigerung der Wirkung zustande, ohne dass der Aufwand vergrössert werden müsste. Die Frage ist, ob und wie dieses physikalische Gesetz auf den Bereich der geistigen Energie übertragbar ist, so dass es möglich ist, “bewusster, wenn möglich freudiger zu leben, um ein kleines Rädchen in der Gesellschaft zu bewegen”, wie meine Freundin nach den langen Jahren ihrer Arbeit im Sozialbereich notiert hatte. Bei Simone Weil heisst es unmissverständlich, der “Begriff des Hebels (sei) auf das innere Leben angewandt (dem Begriff der Energie entsprechend). – Wenn kein Hebel da ist, verändert man auf der gleichen Ebene, anstatt in Richtung auf einen grösseren Wert umzugestalten. Hebel und Blindenstock[2].” Dann, etwas weiter: “Selber durch seine Handlungen einen Schirm (einen weiteren Schirm) zwischen sich und der Wirklichkeit schaffen. Wie funktioniert das? – Oder, im Gegenteil, Handlungen, die wie Hebel zu mehr Wirklichkeit sind. Wie funktioniert das?[3]

Simone Weil stellt fest, dass, solange Wissen an Wissen addiert wird, d.h. solange “kein Hebel da ist”, Veränderungen höchstens “auf der gleichen Ebene” erfolgen, im Sinn einer Summierung von Wissen, dass auf diese Weise jedoch keine qualitative Veränderung oder  Verbesserung der Wirklichkeit entstehen kann. Sie überlegt sich, welche Form der Energie die Hebelwirkung auslösen könnte. “Wie funktioniert das?” Sie hält ja fest, es gehe dabei um “das innere Leben”. Heisst das, dass es der Verinnerlichung des Wissens vom intellektuellen Bereich in jenen der geheimen Kräfte der Psyche bedarf, damit es sich über Handlungsentscheide und über das Handeln selber – zum Beispiel über die berufliche Arbeit – nach Aussen auf neue Weise auswirken kann?

Diese Verlagerung bedeutet die klärende Selbstbefragung in dem, was massgebliche Gefühle sind, welche das Handeln beeinflussen, so dass die verschlossene innere Tür vom Unbewussten ins Bewusstsein sich öffnet und mehr Klarheit, letztlich mehr Übereinstimmung und mehr Verlässlichkeit zwischen “Kopf” und “Herz” ermöglicht: in den Worten Simone Weil’s “mehr Wirklichkeit”. Das macht deutlich, dass die Sorgfalt, mit welcher der Mensch sein Wissen im Zusammenhang der Gefühle, die sein Handeln prägen, befragt, jene “Handlungen, die wie Hebel hin zu mehr Wirklichkeit sind” ermöglicht. Diese Möglichkeiten des Handelns unterscheiden sich von jenen, stellt Simone Weil fest, die “einen Schirm (einen weiteren Schirm) zwischen sich und der Wirklichkeit schaffen”. Das Unbewusste hat tatsächlich eine Schirmfunktion, d.h. es stellt mehrere Schichten eines Schirms dem Menschen zur Verfügung und stimuliert zu Handlungen, die kompensatorischen, verhüllenden, hemmenden oder abwehrenden Charakter haben, die auch in grosse Unruhe oder in bleierne Lähmung und Erschöpfung stürzen können, trotz bester Ausbildung, Sachkenntnis und gesellschaftlicher Stellung. Solche Abwehrmechanismen gegen die vielfachen Teile der Wirklichkeit sind der “Schirm”, den Simone Weil meint. Der Schirm kann so dicht und undurchdringlich werden, dass er zur Kapsel wird und zur Abkapselung führt. Selbst diese kann gelöst werden, obwohl es häufig nicht einfach ist, auf den “Schirm” zu verzichten und den Abwehrmechanismen nachzugehen, den Gründen und Hintergründen der eigenen Abschottung, die z.B. in der sozialen Arbeit bewirken können, dass menschliche Leben zu abstrakten “Fällen” werden, für deren “Erledigung” administrative Kriterien genügen, als handle es sich um das Wägen und Abstempeln von Paketen per A-Post oder B-Post auf dem Landweg oder auf dem Luftweg. Obwohl es nicht einfach ist, den “Begriff des Hebels auf das innere Leben anzuwenden”, wie Simone Weil notiert hat, lohnt es sich und ist von grösstem Wert.

Letztlich kann das, was in der beruflichen Arbeit – und auf besondere Weise in der sozialen Arbeit – ein “bewussteres und freudigeres Leben” bedeutet, nur umgesetzt werden und “ein Rädchen in der Gesellschaft bewegen”, wenn zusätzlich zur Ausbildung und zum Diplom, zusätzlich zum gesellschaftlichen Wert des Berufs und zur öffentlichen Funktion, die damit verbunden ist, auch die Übereinstimmung mit der eigenen inneren Wirklichkeit beachtet wird und zustande kommen kann. Das Gefühl der Übereinstimmung von innerer Klarheit und von Handeln vermittelt jene Verlässlichkeit, die dem Vergleich mit dem “Hebel hin zu mehr Wirklichkeit” entspricht, so dass die berufliche Arbeit als jene “Freude” erlebt werden kann, die das Leben meiner Freundin prägte.

Bevor ich abschliesse, noch kurz eine ergänzende Überlegung: Simone Weil erwähnt ja nicht nur den “Hebel” als Bild, sondern auch den “Blindenstab”. Der Blindenstab taucht bei Simone Weil in vielen Aufzeichnungen als Metapher auf, nicht aus eigener Erfindung, sondern als Anleihe aus den “Meditationen” von René Descartes (der, etwa gleichzeitig mit Spinoza, nach Montaigne und vor Kant, als einer der grossen Skeptiker die unumstösslichen Wahrheitsgebäude der Schulphilosophie zu befragen und zu dekonstruieren begonnen hatte). Wenn ich Sie frage, wozu der Blindenstab den Blinden dient, wissen Sie es mit Gewissheit.  Wofür also steht er als Metapher?

Die Frage zu beachten scheint mir gerade im Zusammenhang der Arbeit im Sozialbereich wichtig. Den Blinden dient der Blindenstab als Mittel, um Distanz und Nähe abzuschätzen, um einen Gegenstand, der sich auf dem Weg dem/der Gehenden als Hindernis entgegenstellt, rechtzeitig wahrzunehmen, um eventuell die Grösse, Festigkeit, Härte oder Weichheit des Gegenstandes zu erahnen. Für Descartes – wie über 400 Jahres später für Simone Weil -, braucht der Mensch, der sich auf den Weg der Erkenntnis macht, zur Unterscheidung von Wahrem und Falschem einen “Blindenstab”. Es geht dabei um die Vorstellungskraft, die letztlich eine nahe und spürbare, eine nicht begriffliche, sondern eine intuitive Erkenntnis ermöglicht, die Verstehen bedeutet. Die Vorstellungskraft vermag, das – eventuell blinde, bloss abstrakte – Erkennen “sehend” zu machen. Sie vermag zu warnen und Überlegungen zu wecken, welche die Folgen von Handlungsentscheiden miteinbeziehen.

Während das Bild des “Hebels” dazu dienen kann, Sie zu ermuntern, in der beruflichen Arbeit Ihre Handlungsentscheide mit Ihrer inneren Wirklichkeit in Übereinstimmung zu bringen, so dass jene Verlässlichkeit spürbar wird, dank welcher eine Verbesserung der äusseren Wirklichkeit tatsächlich geschaffen werden kann, mag das Bild des “Blindenstabs” zur Klärung von Zusammenhängen nützlich sein, die sich Ihnen aus der äusseren Realität entgegenstellen: von Theorien, Macht- und Ohnmachterfahrungen, Gefährdungen, Verführungen – von vielem mehr, das abzumessen oder abzuklopfen ist, damit Sie auf dem beruflichen Weg, den Sie in der Öffentlichkeit gehen, nicht auf verhängnisvolle Weise anstossen, zusammenprallen oder fallen.

Der Druck, der vom Markt, von technologischer Beschleunigung oder von politischen Ideologien auf die Sozialarbeit ausgeübt wird, stellt eventuell verführerische Angebote der gesellschaftlichen Karriere und/oder einer Verbesserung des persönlichen finanziellen Gewinns dar, eventuell aber gleichzeitig eine Einschränkung der Übereinstimmung mit der inneren Wirklichkeit. Es mag sein, dass gerade die aktuellen Entwicklungen die Diskriminierungen bestimmter Bevölkerungsschichten nicht zu verbessern suchen, sondern diese noch verstärken, so dass letztlich in manchen Zusammenhängen von bürokratischer, struktureller und wirtschaftlicher Gewalt zu sprechen ist. Um in solchen Zusammenhängen den Wert der Verlässlichkeit zu spüren, um sich selber gegenüber untrügerisch zu sein, bedarf das Urteilsvermögen, dem es zusteht, Handlungsentscheide abzuwägen, des “Blindenstocks”.

Ich komme zum Abschluss. Ich wünsche Ihnen sehr, dass “Hebel” und “Blindenstock” Sie in Ihrer beruflichen Arbeit auf je persönliche Weise begleiten, dass in Ihnen die Kraft der Verlässlichkeit spürbar wird, damit ein Wohlbefinden und eine Lebensfreude spürbar werden – durch die Übereinstimmung Ihrer inneren Wirklichkeit mit den Wirkungen, welche durch Ihre soziale Arbeit und durch Ihr wachsendes Verstehen “hin zu mehr Wirklichkeit” geschaffen werden, bei Ihnen selber und unter den Menschen, die Ihrer Arbeit bedürfen. Wenn Bildung und Ausbildung verknüpft werden mit Aufmerksamkeit und Sorgfalt, mit Klarheit über die Bedeutung jedes Entscheids und mit Mut, kann der Wert der Verlässlichkeit sich auch auf jene Menschen auswirken, die der Sozialhilfe, d.h. Ihres Wissens und Ihrer Fähigkeit bedürfen – auf die vielen Menschen, die infolge von Armut und Arbeitslosigkeit, infolge erlebter Gewalt, infolge durchgestandenen Fremdenhasses und oder spezifischen Rassismus, infolge des Verlusts sicherer Beziehungen oder wiederholter Verachtung wegen mangelnder Effizienz (resp. wegen Marktuntauglichkeit), wegen körperlichen Erkrankungen, Behinderungen oder  wegen psychischem Leiden – ob es erwachsene Menschen seien, Betagte oder Kinder (die immer vor allem als Objekte, über die verfügt wird, und kaum als eigene Rechtssubjekte beachtet werden). Ihre berufliche Arbeit, die Sie mit der tragenden Kraft der Verlässlichkeit – der Verlässlichkeit Ihnen selbst gegenüber – ausüben werden, wird es möglich machen, Ihr Wissen mit Entscheiden zu verbinden, bei denen auch die schwächsten Stimmen, die fast unhörbaren – diejenigen der Kinder und der übrigen Rechtlosen – angehört wurden.

“Hebel” und “Blindenstock” – die spürbare Verlässlichkeit in der Übereinstimmung Ihrer inneren Wirklichkeit und derjenigen Wirklichkeit, der Sie in Ihrem Beruf begegnen, gleichzeitig die kritische Wachheit jeglichem Macht- und Marktdruck gegenüber, die in der heutigen Zeit jede Art von Wirklichkeit mitbeherrschen -, all dies möge in Ihnen das Vertrauen in die Dringlichkeit und Sinnhaftigkeit Ihrer sozialen Arbeit verstärken. So hoffe ich, dass es möglich wird, dass Sie tatsächlich “ein Rädchen in der Gesellschaft bewegen können” – und da Sie viele sind, sogar mehr wie “ein” Rädchen!

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit – und wünsche Ihnen viel Glück!                             *

 

[1] Hochschule für Soziale Arbeit Zürich – Diplomrede am 27. Juni 2003

[2] S.W. Cahiers. Aufzeichnungen. Erster Bad., Carl Hanser Verlag, München/Wien 1994, S. 212

[3] a.a.O. S.215

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